E.ON verdient weniger

11. Mai 2022, Essen
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Der deutsche Energiekonzern E.ON ist mit einem Ergebnisrückgang ins neue Jahr gestartet. Das deutsche Netzgeschäft konnte im ersten Quartal zwar zulegen, dies wurde jedoch durch negative Effekte in anderen Ländern mehr als aufgezehrt. Unter anderem gab es Belastungen durch höhere Beschaffungskosten, die erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Kunden weitergegeben werden können, wie der Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte.

Der Vorstand bestätigte seine Jahresziele für 2022. Von Finanzchef Marc Spieker hieß es: „Wir sind trotz der Herausforderungen im ersten Quartal auf Kurs.“

Im ersten Quartal hatten vor allem die hohen Strompreise einen großen Einfluss auf die Geschäfte von E.ON. Zum einen stieg deshalb der Umsatz trotz rückläufiger Mengen um 60 Prozent auf 29,5 Mrd. Euro. Insbesondere das Segment Kundenlösungen wuchs kräftig und steuerte so erneut den Großteil zu den Umsätzen bei. In dem Geschäftsbereich stellt der Konzern die Lieferung von Energie sowie Energie-Konzepte für Städte und Industrie bereit. Umsatz-Rückenwind kam auch von der zentralen Beschaffungseinheit Energy Markets. In der im Oktober 2020 gegründeten Einheit bündelt E.ON die Energiebeschaffung der ehemaligen E.ON- und Innogy-Geschäfte. Gleichzeitig drückten aber die hohen Energiepreise im ersten Quartal auf die Gewinnmarge.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) ging daher um gut 14 Prozent auf knapp 2,1 Mrd. Euro zurück. Dabei brach das Ergebnis des Segments Kundenlösungen vor allem wegen höherer Beschaffungskosten angesichts der hohen Strompreise um fast die Hälfte ein. Diese negativen Effekte könnten erst nach dem ersten Quartal an die Kunden weitergegeben werden, hieß es von E.ON. Synergieeffekte, operative Verbesserungen sowie positive Witterungseffekte konnten dies im Heimatmarkt Deutschland nur teilweise kompensieren. Und auch in anderen Ländern drückten die hohen Beschaffungskosten das Ergebnis.

Den größten Ergebnisbeitrag steuerte das Segment Energienetze bei, das sich nahezu auf Vorjahresniveau bewegte. Zu dem Segment gehören der Ausbau, die Wartung und Instandhaltung von Strom- und Gasnetzen. Während das deutsche Netzgeschäft unter anderem durch das Aufholen negativer Ergebniseffekte aus den Vorjahren zulegte, gab es negative Mengeneffekte in anderen Ländern. Vor allem höhere Kosten durch sogenannte Netzverluste und Sturmschäden belasteten das Ergebnis.

Zu den Belastungen durch sogenannte Netzverluste kommt es, weil ein Netzbetreiber verpflichtet ist, seine Energienetze mit einer gewissen Grundspannung zu versorgen. Dafür wird vom Netzbetreiber E.ON Strom am Markt zugekauft. Aktuell ist Strom sehr teuer, was bei E.ON zu einer Ergebnisbelastung führt. Diese Ausgaben kann E.ON aufgrund regulatorischer Vorgaben später an seine Kunden weitergeben und somit in Folgequartalen wieder ausgleichen.

Unterm Strich blieb im ersten Quartal ein bereinigter Konzernüberschuss von 679 Mio. Euro und damit 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Am Ende des Jahres soll der Konzerngewinn auf 2,3 bis 2,5 Mrd. Euro steigen. Das bereinigte operative Ergebnis soll 7,6 bis 7,8 Mrd. Euro erreichen.

Außerdem will E.ON 5,3 Mrd. Euro investieren. Im ersten Quartal lag der Fokus hier vor allem bei Neuanschlüssen für Anlagen Alternativer Energien, Gewerbe- und Industriekunden sowie der Modernisierung der Netzinfrastruktur.

APA/ag

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