Auch 2021 geringere Öl- und Gasförderung in Österreich

12. Mai 2022, Wien
Auch 2021 weniger Öl und Gas in Österreich gefördert
 - Schönkirchen, APA (Themenbild)

Wie in den vergangenen Jahren ist 2021 die Erdölförderung in Österreich erneut zurückgegangen, auch diesmal bei der EVN-Tochter RAG Austria AG etwas stärker als bei der OMV. Die gesamte Ölgewinnung sank im Jahresabstand um 6,2 Prozent auf 571.428 Tonnen, während die Naturgasförderung um 19,0 Prozent auf rund 492,3 Millionen m3 schrumpfte, noch massiver als 2020. Diese Daten gab die Geologische Bundesanstalt am Donnerstag bekannt.

88,2 Prozent der Ölförderung bestritt voriges Jahr die OMV, 9,4 Prozent die RAG und 2,7 Prozent die erst seit kurzem in Österreich tätige ADX Energy: Der australische Öl- und Gasexplorer hatte im Juli 2019 die Ölfelder Zistersdorf und Gaiselberg in Niederösterreich gekauft, es wurde die RAG-Konzession in NÖ übernommen. Bei der Erdgasförderung stammten 82,2 Prozent von der OMV und 17,8 Prozent von der RAG, ADX Energy leistete keinen Beitrag.

Bei Erdöl (inkl. NGL) verringerte sich die heimische OMV-Produktion 2021 etwas stärker als 2020, nämlich um 6,4 Prozent auf 503.841 t, während sie bei der RAG diesmal um lediglich 6,5 Prozent auf 53.936 t zurückging. ADX Energy förderte 13.651 t Erdöl. Die Ölförderung in Österreich ist mit wenigen Unterbrechungen seit Jahrzehnten tendenziell rückläufig.

Bei Erdgas sank das inländische OMV-Volumen 2021 recht stark um 26,3 Prozent auf 404,6 Mio. m3, im Jahresabstand ein noch kräftigeres Minus als im Jahr davor. Bei der RAG-Menge stand – nach einem Rückgang um ein Drittel im Jahr 2020 – diesmal ein Anstieg um 47,7 Prozent auf 87,7 Mio. m3. ADX förderte anders als 2020 (2,2 Mio. m3) diesmal kein Gas.

Die heimischen Ölreserven (inkl. NGL) werden für Ende 2021 mit 4,8 Mio. Tonnen geschätzt – Ende 2020 waren es noch 5,1 Mio. t, wobei im Jahr 2021 immerhin 0,6 Mio. t gefördert wurden. Bei Erdgas vermutet man per Ende 2021 Reserven in Österreich von 6,4 Mrd. m3. Zum Vergleich: Der Verbrauch im Inland lag zuletzt bei rund 8 Mrd. m3; Ende 2020 waren die heimischen Naturgasreserven noch mit 6,5 Mrd. m3 geschätzt worden, jedoch wurden im Laufe des Jahres 2021 etwa 0,7 Mrd. m3 gefördert.

Weltweit wurden vorvergangenes Jahr (2020) im Schnitt 88,4 Mio. Barrel pro Tag an Erdöl gefördert, um 6,9 Prozent weniger als 2019 (95,0 Mio. Fass täglich), so die Bundesanstalt mit Verweis auf die BP Statistical Review of World Energy 2021. Dabei ging die OPEC-Förderung um 12,3 Prozent auf 30,6 Mio Barrel im Tagesschnitt zurück, jene der Nicht-OPEC-Länder sank um 3,8 Prozent auf 57,8 Mio. Fass am Tag. Dadurch schrumpfte der OPEC-Anteil an der Förderung auf 34,7 Prozent. Die Top-Ölförderländer waren 2020 die USA (18,6 Prozent Anteil), gefolgt von Saudi-Arabien (12,5) und Russland (11,9 Prozent).

Aktuell gelten weltweit Ölvorräte für 58 Jahre (inkl. Ölsande und Schweröle) als „sicher“, bei Gas für rund 47 Jahre. Bei Erdöl geht es dabei um 244,4 Mrd. t – die Jahresproduktion 2020 betrug 4,17 Mrd. t – und bei Erdgas um 188.100 Mrd m3, die Jahresproduktion 2020 machte rund 3.854 Mrd. m3 aus. Die „geschätzten zusätzlichen Ressourcen“ gehen noch weit darüber hinaus, betont die Bundesanstalt: Sie werden für Erdöl mit nochmals weiteren 120 Jahren vermutet, für Naturgas mit weiteren 82 Jahren.

APA

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