Nehammer: Gazprom muss Haidach-Gasspeicher auffüllen

13. Mai 2022, Wien/Moskau
Bundeskanzler Karl Nehammer
 - Wien, APA/ROLAND SCHLAGER

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat den russischen Energieriesen Gazprom aufgefordert, seinen großen Gasspeicher in Haidach (Salzburg) umgehend wieder aufzufüllen. Derzeit beträgt der Füllstand des GSA-Speichers von Gazprom laut Daten des europäischen Branchenverbandes GIE 0 Prozent. „Wenn dieser nicht gefüllt wird, überlegen wir uns Maßnahmen, damit er gefüllt werden muss“, sagte Nehammer der „Kleinen Zeitung“ (Freitag-Ausgabe).

Eine Verstaatlichung des Gazprom-Speichers in Haidach lehnt der Bundeskanzler aber ab. Es gebe andere Möglichkeiten, um auf den Speicher zuzugreifen. „Das heißt ‚use it or lose it‘. Wenn du ihn benutzt, ist alles okay, wenn du ihn nicht benutzt, können andere Firmen darauf zugreifen“, so Nehammer. Haidach sei strategisch wichtig für Deutschland, aber auch für westliche Bundesländer in Österreich.

Wie lange der russische Energieriese Zeit hat den Gasspeicher in Salzburg zu füllen, wollte Nehammer nicht genauer beziffern. „Gazprom merkt den Druck jetzt schon. Wir gehen das entschlossen an. Wenn er nicht gefüllt wird, sollen ihn andere Energieunternehmen nutzen.“

Der Bundeskanzler verteidigte außerdem seinen Vorschlag, über eine Gewinnabschöpfung bei Energieunternehmen zu diskutieren. „In einer Zeit, wo die Energiekosten explodieren, gleichzeitig Energieunternehmen hohe Gewinne einfahren, gibt es keine Denkverbote. Das sind reale Probleme der Menschen, die sich den Strom nicht mehr leisten können“, sagte Nehammer der Zeitung. „Ich versteife mich nicht auf ein konkretes Modell, sondern habe den Finanzminister beauftragt, Vorschläge auszuarbeiten.“

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

TotalEnergies sieht Milliardenkosten bei EU-Übergewinnsteuer

21. September 2022, La Defense/Brüssel

Rumänien will von OMV rasche Entscheidung zu Schwarzmeer-Gas

21. September 2022, Bukarest
41890348269131750_BLD_Online

Europäisches Parlament schafft rechtliche Basis für eFuels

19. September 2022, Wien
Synthetische Alternativen sind nicht unumstritten
 - Berlin, APA/dpa

Norwegisches Konsortium zeigt Interesse an OMV-Teilen

16. September 2022, Wien
41790348469044858_BLD_Online