Deutsche Bank will Pipeline in Afrika nicht finanzieren

16. Mai 2022, Frankfurt

Die Deutsche Bank verzichtet einem Insider zufolge auf die Finanzierung eines umstrittenen Pipeline-Projekts in Afrika. Das Frankfurter Kreditinstitut sei bisher nicht Teil der Finanzierung gewesen und werde dies auch nicht, sagte die mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Umweltschützer kritisieren, für die mehr als 1.400 Kilometer lange, von Uganda nach Tansania reichende, Ostafrikanische Rohöl Pipeline müssten Tausende Familien weichen. Zudem würden Naturschutzgebiete angegriffen. Deutschlands größte Bank steht unter Druck, ihre Haltung zu dem 3,5 Milliarden Dollar (3,37 Mrd. Euro) schweren Projekt zu klären.

Am Donnerstag ist die Hauptversammlung der Bank geplant, die immer wieder Proteste anzieht. Für die nächsten Tage planen etwa Umweltaktivisten der Organisation 350.org Demos gegen die Deutsche Bank. „Viele bedeutende Banken und Versicherer haben sich bereits aus diesem verheerenden Projekt zurückgezogen“, so die Gruppe zuletzt. Die Deutsche Bank sei eine der wenigen europäischen Geldhäuser, die noch keine Absage erteilt habe.

„Wir äußern uns nicht zu Kundenbeziehungen“, teilte die Bank auf Anfrage mit. Das Institut unterstütze den Umbau Richtung einer CO2-armen Wirtschaft. Finanzierungen würden je nach Einzelfall bewertet und berücksichtigten Umweltaspekte. Die Bank unterstütze ihre Kunden bei dem Wandel. Teil der Strategie sei es, nicht bewusst Projekte oder Aktivitäten zu finanzieren, die Wälder, Schutzgebiete oder Moore zerstörten.

Der französische Energie-Konzern Total, der die Pipeline zusammen mit einer chinesischen Firma entwickelt, hatte zuletzt betont, Schritt zu unternehmen, um die Auswirkungen auf Umwelt und Menschen abzumildern. Die Aktivisten kritisieren dagegen, die Wasserversorgung für Millionen Menschen werde gefährdet. Die Pipeline gehe zudem durch wichtige Gegenden für Elefanten, Löwen und Schimpansen.

APA/ag

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