LH Platter lehnt höhere Tiwag-Gewinnausschüttungen ab

17. Mai 2022, Innsbruck
Platter will Tiwag-Dividende nicht antasten
 - Graz, APA/ERWIN SCHERIAU

Während in Tirol intensiv über budgetäre Maßnahmen gegen die Teuerung diskutiert wird, lehnt LH Günther Platter (ÖVP) höhere Gewinnausschüttungen des landeseigenen Energieversorgers Tiwag ab. Wie die „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstagsausgabe) berichtete, wird die Hauptversammlung am 20. Juni für heuer eine Dividende in der Höhe von 30 Mio. Euro beschließen – um fünf Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Für 2023 sieht der Finanzplan rund 20 Mio. Euro vor.

Die Dividende wird immer im darauffolgenden Geschäftsjahr in das Budget eingespeist. Dass diese heuer niedriger ausfallen wird, rechtfertigte Landeshauptmann und Tiwag-Eigentümervertreter Platter mit hohen Investitionen, vor allem in die Wasserkraft. Zudem liege der Strompreis in Tirol „deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt“, unterstrich der schwarze Landeshauptmann. Die Tiwag sei neben den Vorarlberger Illwerken „die preisgünstigste Energiegesellschaft“. Ihm sei wichtig, dass „sich unser Energieversorger nicht an der Teuerung bereichert, sondern der Strom in Tirol leistbar bleibt“, hielt Platter fest. Nicht die Gewinnmaximierung, sondern eine nachhaltige Versorgung des Landes stehe im Vordergrund.

Derzeit koppelt die zu 100 Prozent im Eigentum des Landes stehende Tiwag ihre Strompreisänderungen automatisch an die Entwicklung der Strom-Großhandelspreise. Gemäß Tiwag-Chef Erich Entstrasser steht dieser Automatismus nun aber am Prüfstand: „Wir prüfen Alternativen.“ Entstrasser rechtfertigte den Rückgang ebenfalls mit dem intensiven Bauprogramm von 1,6 Mrd. Euro – dafür sei eine Eigenkapitalbildung sehr wichtig. Außerdem sei das Vorjahr kein Rekordjahr gewesen. Wie es sich heuer entwickle, werde man erst sehen, so Entstrasser.

Sollten sich Mehr-Erträge durch höhere Strompreise ergeben, könnten sie unter anderem für den Stromhärtefonds verwendet werden, schlug indes der grüne Klubchef Gebi Mair vor. Andererseits könnten sie für Investitionen in erneuerbare Energien, vor allem in Photovoltaik und Geothermie, verwendet werden. „Sozialer Ausgleich und Energiewende gehören untrennbar zusammen“, unterstrich Mair gegenüber der „TT“.

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatte Anfang Mai in einem Interview mit der „TT“ angekündigt zu prüfen, wie Gewinne von Firmen mit Staatsbeteiligung, die überproportional von der Krise profitieren, gesetzlich abgeschöpft werden können. Daraufhin war die Aktie des teilstaatlichen Energiekonzerns Verbund um fast elf Prozent abgerutscht.

APA

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