Öl-Embargo – Wifo hält Importzölle für vorteilhafter

24. Mai 2022, Wien/Brüssel/Moskau

Das österreichische Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo würde Importzölle einem Embargo auf russisches Öl vorziehen. „Importzölle dürften im Vergleich zu einem Öl-Embargo mehrere Vorteile aufweisen. Durch eine graduelle Erhöhung verläuft die Anpassung der heimischen Wirtschaft über Preiseffekte besser als über eine unmittelbare Mengenreduktion“, erklärte das Institut zu einer am Dienstag veröffentlichten Analyse.

Importzölle könnten im Gegensatz zum einem Embargo flexibel und strategisch auf die wirtschaftliche und politische Dynamik des Konfliktes abgestimmt werden und führten in der EU neben höheren Preisen auch zu Zolleinnahmen. Als Folge eines Embargos oder einer Einführung eines äquivalenten Importzolles lassen Simulationsergebnisse das Wifo für Österreich kurzfristig einen Anstieg der Inflationsrate um 0,5 bis 0,75 Prozentpunkte und eine Absenkung der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent erwarten.

Innerhalb der EU ist die Importabhängigkeit von russischen Öllieferungen sehr unterschiedlich. Für Österreich ist Kasachstan das wichtigste Herkunftsland von Rohöl. Im Falle von russischen Gegenmaßnahmen seien EU-Ölimporte aus anderen GUS-Ländern wie Kasachstan gefährdet, so das Wifo.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

EEÖ schlägt Infrastrukturfonds für Erneuerbaren-Ausbau vor

28. Mai 2024, Wien
Klimaneutralität erfordert 2040 doppelt so viel Strom wie jetzt
 - Loosdorf, APA/THEMENBILD

Verbund kooperiert mit TotalEnergie und Eren in Tunesien

28. Mai 2024, Wien/Paris/Tunis
Grüner Wasserstoff soll über Pipelines nach Europa kommen
 - Wien, APA/THEMENBILD

Preise für Strom vom Hausdach sinken rapide

27. Mai 2024, Wien
Photovoltaikanlagen zunehmend für Eigenbedarf interessant
 - Zillingtal, APA/THEMENBILD

Großhandelspreis für Strom zieht im Juni an

24. Mai 2024, Wien
Plus von 17,7 Prozent im Vergleich zum Mai
 - Wien, APA