Biomasse-Verband – Energiewende braucht Biomasse

2. Juni 2022, Wien

Die Energiewende ist ohne forstliche Biomasse nicht realisierbar, Ausbaupotenzial gebe es in allen Bereichen, betonten Branchenvertreter am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Biomasseverbands. In der EU seien große Biomassepotenziale in Forst-, Land- und Abfallwirtschaft vorhanden, „die zum Ausstieg aus russischem Gas forciert werden sollten“, so Verbandspräsident Franz Titschenbacher.

Die Holzvorräte in der EU hätten aufgrund der verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung seit 1990 um über 8 Mrd. Kubikmeter zugenommen, „das ist mehr als der Waldbestand Österreichs, Deutschlands und Frankreichs zusammengenommen“. Im Zuge von Waldpflegemaßnahen und zunehmenden Schadereignissen würden im Wald immer mehr Sortimente anfallen, die nur energetisch verwertet werden und zum Ersatz fossiler Energieträger beitragen könnten, so Titschenbacher in einer Pressemitteilung.

Der Biomasse-Anteil an den Erneuerbaren beträgt in der EU laut Bioenergy-Europe-Geschäftsführer Jean-Marc Jossart rund 60 Prozent. Der Europäische Green Deal blockiere aber die Bioenergie-Potenziale, anstatt sie zu nutzten.

Ausbaupotenzial sei in allen Bioenergie-Bereichen vorhanden, betonte der Geschäftsführer des Biomasse-Verbands, Christoph Pfemeter. Der Pelletseinsatz habe in den vergangenen Jahren zugenommen, die Nutzung von Waldhackgut und Brennholz sei durch wärmere Winter, Gebäudedämmung und den Einsatz moderner, effizienter Biomassekessel zurückgegangen. Ohne neue Anlagen im Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK) und Fernwärmebereich würde sich dieser Trend fortsetzen.

In Österreich werden laut Biomasse-Verband aktuell jährlich etwa 49 Millionen Festmeter Holz umgesetzt, davon 25 Millionen Festmeter im Inland für energetische Zwecke, die als Nebenprodukte der Holzernte, der Holzindustrie, der Papierindustrie und der Landschaftspflege anfallen. Die Nutzungsrückstände im heimischen Wald seien auf über 250 Millionen Festmeter angewachsen, davon 80 Millionen Festmeter in der Durchforstung. Die Durchforstungsrückstände und landwirtschaftliche Biomasse müssten mobilisiert werden.

APA

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