Russland stockt bei Ölexporten in Richtung China auf

8. Juni 2022, Moskau

Russland stockt wegen des von der EU verhängten Ölembargos Insidern zufolge seine Exportkapazitäten nahe der russisch-chinesischen Grenze auf. An den im Osten gelegenen Verladehafen Kozmino sollen von den sibirischen Ölfeldern in den kommenden Monaten insgesamt 900.000 Barrel pro Tag (bpd) fließen und damit um 20 Prozent mehr als der bisherige Durchschnitt in diesem Jahr, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Genutzt wird dafür die East Siberia Pacific Ocean (ESPO) Pipeline, die als Haupttransportader von russischem Öl in den asiatischen Raum, vor allem nach China, fungiert. Insgesamt können durch die Pipeline 1,64 Millionen Barrel pro Tag gepumpt werden. In den vergangenen Monaten haben chinesische Firmen bereits mehr russisches Öl genutzt.

China hat die Sanktionen des Westens gegen Russland kritisiert und ist der Meinung, dass der Konflikt dadurch nicht gelöst wird. Die EU hatte gerade erst ein sechstes Sanktionspaket beschlossen, das einen weitgehenden Ausstieg aus der Nutzung russischen Öls bis Jahresende beinhaltet. Moskau hatte daraufhin die Hoffnung geäußert, mehr Öl nach Asien exportieren zu können.

ESPO-Ölexporte über den Hafen von Kozmino sollen laut zweier Insider für Juli ein Allzeithoch von 880.000 bpd erreichen. Russlands Pipeline-Monopolist Transneft habe bereits die Mengen durch die Verwendung von chemischen Zusätzen, sogenannten Additiven, um etwa 70.000 bpd erhöht. Gleichzeitig plant Russland, zusätzliche 80.000 bpd via Schiene über den Bahnhof Meget zu liefern. Diese Route war schon vor dem Bau der ESPO-Pipeline der Weg für das Öl nach Kozmino und die inländischen Raffinerien.

APA/ag

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