Russland steigt zu Indiens zweitgrößtem Öllieferanten auf

13. Juni 2022, Neu-Delhi/Moskau
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Russland ist im Mai zum zweitgrößten Öllieferanten Indiens nach dem Irak aufgestiegen und hat Saudi-Arabien auf den dritten Platz verdrängt. Im vergangenen Monat erhielten die indischen Raffinerien rund 819.000 Barrel pro Tag an russischem Öl, wie aus der am Montag veröffentlichten Handelsstatistik hervorgeht. Das ist der bisher höchste Wert. Zum Vergleich: Noch im April waren es nur rund 277.00 Barrel.

Die westlichen Sanktionen gegen Russland nach dem am 24. Februar begonnenen Einmarsch in die Ukraine hat viele Ölimporteure dazu veranlasst, den Handel mit Moskau zu meiden. Weil dadurch die Nachfrage sank, wurden die Spotpreise für russisches Rohöl mit Rekordabschlägen gegenüber anderen Sorten gehandelt. Dies bot den indischen Raffinerien, die zuvor aufgrund der hohen Transportkosten nur selten russisches Öl kauften, die Möglichkeit zum Erwerb von vergleichsweise preisgünstigem Rohöl.

Russische Ölsorten machten im Mai etwa 16,5 Prozent der gesamten indischen Importe. Indien hat seinen Kauf von „billigem“ russischem Öl mit dem Argument verteidigt, dass diese Importe nur einen Bruchteil des Gesamtbedarfs des Landes ausmachten und ein plötzlicher Stopp die Kosten für die Verbraucher in die Höhe treiben würde.

Zugleich sank der Anteil aus dem Nahen Osten auf etwa 59,5 Prozent, während sich der aus Afrika auf 11,5 Prozent nahezu verdoppelte. „Wenn man die Produktion von Diesel und Kerosin ankurbeln will, braucht man nigerianische und angolanische Sorten“, sagte Analyst Ehsan Ul Haq vom Finanzdienstleister Refinitiv. China habe wegen der Corona-Lockdwons weniger angolanischen Öl gekauft, das stattdessen in Europa und Indien gelandet sei.

Indien, das auch einen erheblichen Teil seiner Waffen von Russland bezieht, bemüht sich seit Beginn der russischen Invasion um eine neutrale Haltung.

APA/ag

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