„Grüner“ Stahl aus Schweden – H2-Speicher geht in Betrieb

14. Juni 2022, Lulea
Symbolbild Stahlproduktion
 - Linz, APA/THEMENBILD

Eine schwedische Initiative zur Stahlproduktion ohne den Ausstoß klimaschädlicher Gase ist einen wichtigen Schritt weitergekommen. Im nordschwedischen Luleå können die beteiligten Unternehmen künftig auf einen unterirdischen Speicher für Wasserstoff setzen, der bei der Herstellung von Eisen und Stahl den Einsatz von Kohle ersetzen soll.

Die Pilotanlage sollte am späten Dienstagnachmittag vom Stahlkonzern SSAB, dem Eisenerzförderer LKAB und dem Energieversorger Vattenfall in Betrieb genommen werden. Sie liegt 30 Meter unter der Erde und stellt nach Angaben der Unternehmen die weltweit erste Anlage ihrer Art dar. Mit dem Start beginnt eine zweijährige Testphase, in der die Beteiligten verstehen wollen, wie Wasserstoffspeicherung in großem Maßstab funktionieren kann. Der Speicher hat eine Größe von 100 Kubikmetern, während spätere Speicherstätten ein Fassungsvermögen von 100.000 bis 120.000 Kubikmetern haben könnten.

SSAB, LKAB und Vattenfall arbeiten bei der 2016 ins Leben gerufenen Initiative Hybrit gemeinsam daran, fossilfreien Stahl herzustellen. Das bedeutet, das im gesamten Produktionsprozess keine fossilen Brennstoffe mehr verwendet werden. Die Hybrit-Technologie soll den Hochofenprozess ersetzen, bei dem Kohle und Koks verwendet werden und somit klimaschädliches CO2 entsteht. Stattdessen soll Wasserstoff zum Einsatz kommen, weshalb der Speicher eine grundlegende Bedeutung hat.

Wenn es beispielsweise sehr windig ist und viel Strom zur Verfügung steht, soll Wasserstoff erzeugt und gespeichert werden. Er kann dann verbraucht werden, wenn die Stromproduktion geringer ist, womit eine konstante Herstellung von Eisenschwamm sichergestellt werden soll, dem Rohmaterial, mit dem Stahl hergestellt wird. Als Beiprodukt fällt dann nicht mehr CO2, sondern Wasser an.

„Wir wollen Hybrit so weiterentwickeln, dass es im Einklang mit dem Stromsystem der Zukunft, mit einer wetterabhängigeren Stromerzeugung, steht“, erklärte der Leiter der Strategieentwicklung bei Vattenfall, Andreas Regnell. Die Initiative sei sehr wichtig, um der Klimakrise zu begegnen und ein Leben ohne fossile Brennstoffe innerhalb einer Generation zu ermöglichen. Dieses Ziel hat sich Vattenfall seit längerem auf die Fahnen geschrieben.

Die Initiative hat nach eigenen Angaben das Potenzial, Schwedens gesamte CO2-Emissionen um 10 Prozent zu verringern. Ziel ist es, 2026 den ersten fossilfreien Stahl in industriellem Maßstab auf den Markt zu bringen.

APA/dpa

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