BP investiert in Solarenergie in Australien

15. Juni 2022, Sydney/London
Gesamtprojekt soll eine Kapazität von 26 Gigawatt haben
 - Haltern am See, APA/AFP Symbolbild

Der britische Ölkonzern BP beteiligt sich an einem der weltweit größten Projekte für Erneuerbare Energie in Australien. Das Unternehmen erklärte, einen Anteil von 40,5 Prozent am 36 Milliarden Dollar (rund 34 Mrd. Euro) teuren „Asian Renewable Energy Hub“ („Asiatisches Zentrum für erneuerbare Energien“) sowie den Betrieb der Solar- und Windkraftanlagen zu übernehmen, die sich über eine Fläche von 6.500 Quadratkilometern erstrecken sollen.

Das Gesamtprojekt soll eine Kapazität von 26 Gigawatt haben und damit den chinesischen Drei-Schluchten-Staudamm übertreffen, der nach vielen Maßstäben das größte bestehende Kraftwerk der Welt ist. Außerdem sollen dort jährlich 1,6 Millionen Tonnen grüner Wasserstoff produziert werden, der bei der Abkehr von Öl und Gas helfen soll.

Das Projekt wurde 2014 vorgestellt und durchläuft seitdem einen langwierigen Genehmigungsprozess. Der Einstieg eines namhaften Energiekonzerns zusammen mit der neugewählten australischen Regierung, die mehr Klimaschutz versprochen hat, könnte dem Projekt neuen Auftrieb geben.

Australien gehört derzeit zu den drei größten Exporteuren fossiler Brennstoffe weltweit. BP-Vizepräsidentin Anja-Isabel Dotzenrath, erklärte jedoch, dass „Australien das Potenzial hat, bei der globalen Energiewende eine führende Rolle zu spielen“.

Das Kraftwerk in Westaustralien muss noch erhebliche regulatorische Hürden überwinden. Vergangenes Jahr hatte die Umweltministerin der damaligen kohlefreundlichen Regierung, Sussan Ley, das Projekt wegen der Auswirkungen auf Zugvögel als „eindeutig inakzeptabel“ bezeichnet. Ein BP-Sprecher erklärte nun, diese Umweltbedenken würden vom Projektplanungsteam berücksichtigt, bevor der neuen Regierung ein überarbeiteter Plan vorgelegt werde.

Umweltorganisationen wie Greenpeace begrüßten BPs Einstieg in das Projekt – allerdings mit dem Vorbehalt, dass das Projekt die Artenvielfalt nicht gefährden dürfe. „Es muss ökologisch vertretbar sein“, forderte Elizabeth Sullivan von der Australian Conservation Foundation.

APA/ag

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