Russland steigt zu Chinas größtem Öl-Lieferanten auf

20. Juni 2022, Singapur
Bereits 2014 fiel der Startschuss für eine große Pipeline nach China - Yakutsk, APA/RIA NOVOSTI

Russland hat im Mai so viel Öl nach China verkauft wie noch nie und ist damit zum größten Öl-Lieferanten der Volksrepublik aufgestiegen. China importierte im vergangenen Monat fast 8,42 Millionen Tonnen Rohöl aus Russland, wie die Zollbehörde in Peking am Montag mitteilte. Das sind knapp 2 Mio. Barrel pro Tag (bpd) und um 55 Prozent mehr als vor Jahresfrist sowie etwa ein Viertel mehr als im April.

Damit verdrängte Russland nach 19 Monaten wieder Saudi-Arabien von Rang eins der größten Öl-Lieferanten Chinas. Chinesische Unternehmen wie der Raffinerie-Riese Sinopec profitierten dabei von kräftigen Preisnachlässen, nachdem sich westliche Ölkonzerne und Handelshäuser aufgrund der Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs vom russischen Markt zurückgezogen hatten.

Saudi-Arabien lieferte im Mai mit 7,82 Mio. Tonnen beziehungsweise 1,84 Mio. Barrel pro Tag um 9 Prozent mehr Öl nach China als im Vorjahr. Gegenüber den 2,17 Mio. bpd im April ist dies allerdings ein Rückgang von rund 15 Prozent. Die Europäische Union hatte im Mai einen weitgehenden Importstopp von russischem Öl beschlossen. Dies betrifft aber nur Transporte mit Öltankern über den Seeweg, Pipeline-Öl wurde auf Drängen vor allem Ungarns von dem Embargo ausgeschlossen. Das EU-Embargo soll zudem mit Übergangsfristen greifen.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

ÖVP lehnt grünes Diversifizierungspflicht-Gesetz ab

19. April 2024, Wien
Im Februar stammten 87 Prozent der Gasimporte Österreichs aus Russland
 - Stuttgart, APA/dpa

Nord-Stream-Versicherer: Keine Deckung bei Kriegsschäden

18. April 2024, Moskau
Kriegsschäden werden wohl nicht erstasttet
 - Lubmin, APA/dpa

Europäischer Gaspreis auf höchstem Stand seit Jahresbeginn

17. April 2024, Amsterdam/Frankfurt
Seit einer Woche geht es mit dem Gaspreis deutlich nach oben
 - Frankfurt (oder), APA/dpa-Zentralbild

EU-Kommission soll Gasspeicherumlage prüfen

17. April 2024, Brüssel
Deutscher Preisaufschlag steht in der Kritik
 - Frankenthal, APA/dpa