IEA: Weltweite Energieinvestitionen steigen deutlich

22. Juni 2022, Wien/Paris
Noch nicht genug um Klimakrise zu bewältigen
 - Bhadla, APA/AFP

Trotz eines starken Wachstums bei den weltweiten Investitionen im Energiebereich reichten diese nicht aus, um die Klima- und Energiekrise zu bewältigen. Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet dabei heuer mit einem Wachstum der energiebezogenen Kapitalausgaben um acht Prozent verglichen mit 2021 auf 2,4 Billionen Dollar (2.2820 Mrd. Euro). Dieses Plus werde von einem starken Zuwachs bei erneuerbaren Energiequellen und dem Netzausbau getragen.

Dies ist laut IEA zwar ermutigend, reiche aber nicht aus. Fast die Hälfte des nominalen Wachstums sei zudem auf höhere Kosten zurückzuführen. Die höheren Kosten für Personal, Dienstleistungen und Materialien könnten weiters die realen Investitionen hemmen, befürchtet die Organisation mit Sitz in Paris.

Positiv bewertet die IEA das starke Wachstum bei den Investitionen in saubere Energie. Nachdem die Zuwachsraten nach dem Pariser Klimaabkommen während fünf Jahren zwei Prozent jährlich betrugen, komme man seit 2020 auf Wachstumsraten von zwölf Prozent. Erneuerbare Energien machten zusammen mit den Ausgaben fürs Netz und für Speicher mittlerweile rund 80 Prozent der weltweiten Energieinvestitionen aus. Zudem würden die Ausgaben für Photovoltaik, Batterien und Elektroautos inzwischen mit einer Rate wachsen, die mit dem Erreichen der Netto-Null-Emissionen bis 2050 vereinbar seien.

Allerdings seien die Investitionen in saubere Energie nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentrierten sich auf die westlichen Industrienationen und China. Zudem hätten Sorgen um die Energiesicherheit und höhere Preise auch zu vermehrten Investitionen in fossile Energieträger geführt. 2021 seien die Investitionen in Kohlekraft um 10 Prozent gestiegen, vor allem in Asien. Für 2022 rechnet die IEA mit einem ähnlichen Zuwachs.

Das gleiche gilt auch für die Kapitalausgaben bei Öl und Gas, wobei das Niveau unter dem vom Vorkrisenjahr 2019 bleibt. Hier sieht die IEA aber auch einen Silberstreifen am Horizont. Die Windfall-Profite, die die Öl- und Gasindustrie aufgrund der hohen Preise einfahre, statte diese mit den nötigen Mitteln aus, um in die Transformation ihrer Industrie zu investieren. Während 2019 nur ein Prozent der Ausgaben großer Öl- und Gaskonzerne in saubere Energie-Investitionen flossen, seien es mittlerweile schon fünf Prozent, so die IEA.

APA

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