Österreichs Emissionen stiegen nach Einbruch wieder um 6,5 %

8. Juli 2022, Wien/Graz
Österreich muss Emissionen in der Industrie reduzieren - Wien, APA/ROLAND SCHLAGER

Nach einem Einbruch um 7,5 Prozent 2020 sind die Emissionen in Österreich 2021 wieder angestiegen: „Das Pandemiejahr 2020 war leider nur ein Ausreißer. Österreichs Emissionen sind 2021 neuerlich um etwa 6,5 Prozent auf das seit über 30 Jahren nicht durchbrochene Niveau von 1990 gestiegen“, sagte Gottfried Kirchengast, der die neuesten Berechnungen des Wegener Centers der Universität Graz am Freitag veröffentlichte.

„Am Weg zur Klimaneutralität stehen uns ab 2021 insgesamt nur noch maximal 700 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zur Verfügung“, rechnete Kirchengast vor. „Das bedeutet, dass Österreich bis 2040 eine Reduktion von mindestens 95 Prozent, davon mindestens 90 Prozent primär im Bereich Fossilenergie und Industrie schaffen muss“, so der Klimaforscher der Universität Graz.

Damit dieses Ziel erreicht werden kann, dürfen von 2021 bis 2030 nur mehr maximal 550 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert werden. „Denn wenn von 2031 bis 2040 weniger als 150 Millionen Tonnen Restbudget verbleiben, würde das Emissionsreduktionsraten von weit über zehn Prozent pro Jahr erfordern, was in der Umsetzung unrealistisch ist“, sagte Kirchengast.

„Parallel zum Ausstieg aus fossiler Energie muss nachhaltige Kohlenstoffspeicherung in Land- und Forstwirtschaft aufgebaut werden. Damit können voraussichtlich rund fünf Prozent der derzeitigen Emissionsmenge über Boden- und Waldbewirtschaftung ökologisch verträglich und langfristig gebunden werden“, ergänzte der Forscher. Um die gesteckten Klimaziele tatsächlich zu erreichen und hohe Kosten durch Nicht-Handeln zu vermeiden, sei es entscheidend, das errechnete maximale Treibhausgas-Gesamtbudget sowie die entsprechenden Klimaschutzzielpfade verbindlich gesetzlich festzulegen.

APA

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