Nur neun Prozent der Stromproduktion von Gas auf Öl umstellbar

13. Juli 2022, Wien

Russland stoppt Ölzufuhr aus Kasachstan Regierung sieht keinen Treibstoffengpass

Im Wirtschaftskrieg zwischen der EU und Russland droht eine weitere Eskalation. Auf Beschluss eines russischen Gerichts wurde ein wichtiger Hafenterminal in der Schwarzmeer-Stadt Noworossijsk für 30 Tage geschlossen. Vorgeblich erfolgte die Maßnahme aus Umweltschutzgründen. Über den Hafen Noworossijsk wird viel kasachisches Öl – Kasachstan selbst verfügt über keinen Meerzugang – Richtung Europa verschifft.

In Österreich wächst unter anderem deshalb die Angst vor Engpässen bei Treibstoffen. Die türkis-grüne Regierung beruhigt vorerst. Es gebe „derzeit keine Versorgungsknappheit“, sagte Klimaschutz- und Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Rand des Ministerrats am Mittwoch.

Weniger als erhofft dürfte indes die Einsparung bei Gas bringen, die aus der Umstellung von Kraftwerksanlagen auf Ölbefeuerung resultieren soll. Bekanntlich will Gewessler eine entsprechende Verordnung zeitnah in Begutachtung schicken und noch im Juli beschließen lassen. Ein Rundruf des STANDARD hat ergeben, dass in Österreich nur etwa neun Prozent der thermischen Kraftwerksleistung technisch von Gas auf Öl umgestellt werden kann, und das auch nicht sicher bis Winter.

Der Standard

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