E-Auto schlägt Verbrenner

17. August 2022

Trotz steigender Strompreise ist das „Betanken“ von Elektro-Fahrzeugen im Schnitt immer noch deutlich billiger als Sprit. Die AK kritisiert jedoch die unübersichtliche Preisgestaltung.

Wie beim Sprit lohnt sich auch beim E-Laden ein Vergleich. Die Preisunterschiede sind laut neuer AK-Erhebung enorm.
Mehr als jeder achte heuer neu zugelassene Pkw ist bereits ein reines Elektro-Fahrzeug. Unterm Strich sind somit in Österreich aktuell schon fast 94.000 E-Autos angemeldet. Vor zwei Jahren waren es noch weniger als die Hälfte. Mit der zunehmenden Nachfrage steigt aber auch der Bedarf nach Ladeinfrastruktur weiter an. Laut dem Verband der Elektromobilität Österreichs (BEÖ) gibt es aktuell etwa 15.000 öffentliche Lademöglichkeiten.

In einer Analyse kritisiert die AK jedoch die unzähligen Preis- und Tarifmodelle fürs Laden. „Für Konsumenten ist ein Vergleich dadurch extrem schwierig“, betont AK-Experte Michael Soder. Er empfiehlt, sich den eigenen Vertrag immer im Detail anzusehen und auf das eigene Fahrverhalten abzustimmen. Im Durchschnitt am günstigsten sei es, zu Hause zu laden. Dort zahlt man laut AK-Berechnung im Schnitt nur knapp 5,60 € je 100 Kilometer Wegstrecke (Grafik). Bei einem Mix 80% zu Hause, 20% öffentlich laden sind es knapp 6,60 €, nur „auswärts“ aufladen kostet im Schnitt 10,60 €. Zum Vergleich mit dem Verbrenner-Motor: Diesel kostet derzeit rund ein Viertel, Superbenzin sogar ein Drittel mehr.
Um den Preisdschungel zu lichten, fordert die AK unter anderem eine einheitliche Abrechnung in Kilowattstunden (kWh). Derzeit wird mitunter nach Zeit abgerechnet, was z. B. über Nacht teuer werden kann.

Der BEÖ betont, dass man bei den Mitgliedsbetrieben sehr wohl detaillierte Infos zu den Tarifen bekomme und diese auf deren Webseiten auch vergleichen könne. Gleichzeitig fordert aber auch der Verband – zur Verbesserung der Transparenz – neue gesetzliche Rahmenbedingungen.

Kronen Zeitung

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