Fernwärme in Graz wird um 65 Prozent teuerer

26. August 2022, Graz
Das Vorstandsduo Christian Purrer (li

Die Energie Steiermark und die Energie Graz haben einen Antrag auf Erhöhung der Fernwärmepreise für rund 100.000 steirische Fernwärme-Kundinnen und -Kunden bei der Preisbehörde des Landes Steiermark eingereicht. Ab 1. Oktober dürften damit – vorbehaltlich des Bescheids – die Preise für die Fernwärme um rund 65 Prozent steigen. Das bedeutet für einen durchschnittlichen Haushalt etwa 50 Euro monatliche Mehrbelastung, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

Ursache sind die gestiegenen Bezugskosten für Erdgas, wurde betont, es gehe ausschließlich um die Weitergabe dieser Preissteigerung und nicht um eine Gewinnsteigerung. Zudem sei man verpflichtet, eine Preissenkung durchzuführen, wenn die Bezugspreise wieder fallen. Die Energieversorger wiesen auch darauf hin, dass die schon bisherige Mehrbelastung nur in geringem Umfang an die Kunden weitergegeben worden sei, doch nun sei der Bezugspreis um das Zehnfache im Vergleich zu vor wenigen Monaten angestiegen. Im Vorjahr habe das bereits einen Verlust von rund 12 Mio. Euro für die Energie Steiermark zur Folge gehabt. Bis 2023 drohe der Verlust auf 50 Mio. Euro anzuwachsen.

In Kooperation mit der Caritas Steiermark und der Stadt Graz wurde von den Energieunternehmen ein Härtefall-Fonds in Höhe von 1,1 Mio. Euro eingerichtet. Zusätzlich werden Personalkosten für Berater finanziert, die von Energiearmut betroffenen Menschen rasch und unbürokratisch helfen könnten, hieß es in der Aussendung weiter.

„Wir setzen alles daran, vor allem auch im Wärme-Bereich die Ökologisierung der Energieproduktion rasch voranzutreiben, um die Abhängigkeit von Gas massiv zu reduzieren“, so das Vorstands-Duo der Energie Steiermark, Christian Purrer und Martin Graf. Zudem habe die Energie Steiermark bereits im Vorfeld Maßnahmen ergriffen, um entsprechende Abfederungen der exorbitanten Preisentwicklung zu erreichen. So wurden etwa 25 Mio. Liter Heizöl Extraleicht für den Betrieb des Fernwärme-Heizwerkes in Graz eingekauft und 400 Gigawattstunden Erdgas aus nicht-russischen Quellen als Vorsorge-Maßnahme organisiert.

Seitens des Landes Steiermark hieß es, dass die Anträge eingelangt sind: Man prüfe sie nun und werde sie per Bescheid erledigen. „Es handelt sich hierbei um ein behördliches Verfahren. Den Anträgen wird stattgegeben werden müssen, wenn sich die Angaben im Zuge der Prüfung als volkswirtschaftlich gerechtfertigt plausibilisieren“, hieß es seitens der Kommunikation Land Steiermark. Das Land werde damit auch den Heizkostenzuschuss auf 340 Euro pro Wintersaison verdoppeln, kündigte LH Christopher Drexler (ÖVP) an und sagte weiter: „Gleichzeitig appellieren wir eindringlich an die Bundesregierung, das angekündigte Modell der Strompreisbremse rasch in Umsetzung zu bringen, um eine spürbare Entlastung für die Haushalte bei den Energiepreisen zu schaffen.“

In der Saison 2021/2022 haben insgesamt 13.164 Haushalte den Heizkostenzuschuss des Landes Steiermark bekommen. Der verdoppelte Heizkostenzuschuss für 2022/2023 wird von der Landesregierung im September beschlossen werden und soll ab 1. Oktober 2022 – wie bisher üblich – bei den Gemeinden bzw. bei der Stadt Graz beantragt werden können.

APA

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