Subventionen für fossile Energieträger 2021 fast verdoppelt

29. August 2022, Berlin/Paris
OECD-Generalsekretär Mathias Cormann
 - Brussels, APA/BELGA

Die staatliche Förderung von Kohle, Öl und Erdgas ist einer Studie zufolge drastisch gestiegen. Mit den steigenden Energiepreisen infolge der weltweiten Konjunkturerholung habe sie sich 2021 von 362,4 Mrd. Dollar im Jahr zuvor auf 697,2 Mrd. Dollar (696,7 Mrd. Euro) fast verdoppelt, wie aus der am Montag veröffentlichten Analyse der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Internationalen Energieagentur (IEA) hervorgeht.

Dafür wurden 51 Länder untersucht. Heuer dürften die Verbrauchssubventionen aufgrund höherer Energiepreise und eines gestiegenen Energieverbrauchs weiter anziehen.

„Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt und gefährdet die Energieversorgungssicherheit“, sagte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. „Deutlich höhere Subventionen für fossile Energieträger schaffen jedoch Anreize zur Energieverschwendung, ohne zwangsläufig bei den einkommensschwachen Haushalten anzukommen.“ Es müssten Maßnahmen her, die die Verbraucher so vor schweren Folgen sich verändernder Marktkräfte und geopolitischer Machtverhältnisse schützen, dass Energie bezahlbar bleibe und die Versorgung gesichert sei, „wir aber weiter auf CO2-Neutralität zusteuern“.

Subventionen für fossile Energieträger versperrten den Weg in eine nachhaltigere Zukunft, kritisiert auch die IEA. In Zeiten hoher und volatiler Energiepreise sei es für die Regierungen jedoch schwieriger, sie abzubauen. „Deutlich mehr Investitionen in saubere Energietechnologie und -infrastruktur sind die einzige dauerhafte Lösung für die derzeitige weltweite Energiekrise und zugleich die beste Methode, um die Verbraucher vor hohen Energiekosten zu schützen“, sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol.

OECD und IEA fordern seit langem den Abbau ineffizienter Subventionen für fossile Energieträger. Die dadurch eingesparten öffentlichen Mittel sollten stattdessen in die Entwicklung CO2-armer Alternativen sowie in Verbesserungen der Versorgungssicherheit und der Energieeffizienz fließen. Subventionen, die eigentlich einkommensschwachen Haushalten helfen sollen, begünstigen demnach in der Regel wohlhabendere Haushalte, die mehr Brennstoffe und Energie verbrauchen. Sie sollten daher durch gezieltere Formen der Unterstützung ersetzt werden.

APA/ag

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