Andere Stromversorger dementieren Probleme

31. August 2022

Verwerfungen. Termingeschäfte, also Ein- und Verkäufe für zukünftige Zeitpunkte, sind in der Energiebranche üblich. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat deswegen davon gesprochen, dass auch andere österreichische Versorger in Schieflage geraten könnten.

Bisher dürfte das aber nicht der Fall sein. Alle großen Regionalversorger haben erklärt, keine Liquiditätsprobleme zu haben. Auch Österreichs größter Stromproduzent Verbund, der ebenfalls einen Großteil seiner Produktion im Voraus verkauft, hat das am Dienstag brüsk zurückgewiesen. Rendi-Wagner solle solche „unternehmensschädigende Aussagen“ unterlassen, appellierte das Unternehmen in einer Aussendung und warnte vor negativen Auswirkungen auf Kunden, Banken und Eigentümer.

Dass der starke Anstieg der Strom- und Gaspreise Wien Energie zumindest zuerst trifft, ist indes kein Zufall. Zum einen betreibt das Unternehmen die größten Gaskraftwerke im Land. In der Produktion von Strom und Wärme ist die Stadtwerke-Tochter deswegen stärker von den gestiegenen Gaspreisen betroffen. Insbesondere Unternehmen mit einem hohen Anteil von Strom aus Wasserkraft seien dem gegenüber in einer vergleichsweise „komfortablen Situation“, sagte IHS-Direktor Klaus Neusser. Zweitens ist die Eigenproduktion von Wien Energie mit zuletzt 6,3 Terawattstunden im Vergleich zu den Lieferverbindlichkeiten gegenüber zwei Millionen Kunden vergleichsweise gering.
Das Unternehmen muss deswegen relativ viel Strom zukaufen, was bei den aktuellen Großhandelspreisen teuer ist. Wien Energie handelt weniger über direkte Partner und mehr über die Börse. Das Unternehmen erklärt das damit, dass die entsprechend großen Mengen nur auf den internationalen Märkten langfristig verfügbar seien.

Kurier

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