PV-Boom: Fronius steigt aus Wasserstoffgeschäft wieder aus

1. September 2022, Thalheim/Steinhaus

Das oberösterreichische Technologieunternehmen Fronius steigt aus dem Wasserstoffgeschäft wieder aus. Das Wasserstoff-Kompetenzzentrum soll geschlossen und bis Ende 2023 an einen Investor übertragen werden, bestätigte das Unternehmen der APA am Donnerstag einen Online-Bericht der „BezirksRundschau“. Man wolle sich wieder verstärkt auf den Solarbereich konzentrieren, der zur Zeit exponentiell wachse.

2018 hatte Fronius in Thalheim bei Wels die nach Unternehmensangaben erste „grüne“ innerbetriebliche Wasserstoff-Tankstelle Österreichs eröffnet. 2021 wurde am Standort in Steinhaus ein Wasserstoff-Kompetenzzentrum eingerichtet. Der von Fronius entwickelte „Solhub“ ist eine schlüsselfertige Gesamtlösung für die Produktion von grünem Wasserstoff aus erneuerbarer Energie.

Aufgrund des anhaltenden Photovoltaik-Booms liege der Fokus derzeit aber auf dem Kerngeschäft von Fronius, der Fertigung von Wechselrichtern und anderer Lösungen zur Nutzung der Sonnenenergie. „Im Gegensatz zur Serienfertigung der Wechselrichter ist die Planung und Umsetzung jedes Solhub individuell und erfordert daher spezielle Prozesse und Strukturen“, hieß es in einer Stellungnahme von Fronius. „Diese können wir in der Business Unit Solar Energy auf absehbare Zeit durch den notwendigen Fokus auf das Kerngeschäft nicht optimal gewährleisten.“

Daher habe man entschieden, den „stets als Projektgeschäft angelegten“ Wasserstoff-Bereich abzugeben. „Alle operativen Geschäfte im Wasserstoff-Bereich werden wie bisher weitergeführt“, wurde bei Fronius betont, neue Aufträge würden jedoch keine mehr angenommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus diesem Bereich will Fronius behalten. Ob der Ausstieg aus dem Wasserstoff einem Personalmangel geschuldet ist, wurde nicht beantwortet.

Was mit der bestehenden innerbetrieblichen Wasserstoff-Tankstelle geschieht, ist noch unklar und wird wohl in Abstimmung mit dem potenziellen Investor entschieden. Ob Fronius zu einem späteren Zeitpunkt wieder ins Wasserstoff-Geschäft zurückkehren könnte, lasse sich noch nicht sagen, so ein Unternehmenssprecher.

APA

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