Energie Steiermark speichert für Industrie Erdgas ein

6. September 2022, Graz/Wien

Die Energie Steiermark hat für 15 heimische Industriebetriebe 150 GWh Erdgas von westlichen Energielieferanten organisiert. Diese geschützte Speichermenge wurde über süd-westeuropäische Lieferrouten transportiert und in Haidach (Salzburg) eingespeichert. Das österreichweite Pilot-Modell wurde in Kooperation mit der Industriellenvereinigung Steiermark (IV) umgesetzt. Bisher haben 15 Industriebetriebe das Angebot angenommen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

„Eine proaktive Absicherung der Energieversorgung – insbesondere jener von Gas – ist von enormer standortpolitischer Bedeutung. Wir haben uns daher entschieden, ein partnerschaftliches Hilfspaket zu schnüren, das Modellcharakter hat“, so der Vorstandssprecher der Energie Steiermark Christian Purrer. Möglich wurde diese Art der Bevorratung durch die Novelle des Energielenkungsgesetzes, die erlaubt, Gasmengen bis zu 50 Prozent des Jahresverbrauches zu speichern.

Die Industriellenvereinigung Steiermark hat für dieses neue Speicher-Projekt eine spezielle Kommunikationsplattform eingerichtet, „um einen raschen und unbürokratischen Informationsaustausch vor dem Hintergrund dieses neuen Themenfeldes zu gewährleisten“. Der Präsident der IV, Stefan Stolitzka, betonte, dass jeder Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit von großer Bedeutung sei und sich die Steiermark mit diesem Schritt „ein österreichweites Alleinstellungsmerkmal“ gesichert habe.

Zu den 15 Unternehmen, die sich an dem Vorhaben beteiligen gehören die Mayr-Melnhof Gruppe und Austria Email AG. „Als Zulieferer von Kartonverpackung für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie sind wir Teil der kritischen Infrastruktur. Durch Gasvorräte sorgen wir vor, um auch im Fall der Fälle die Produktion für unsere Kunden aufrechtzuerhalten“, so Peter Oswald, CEO der Mayr-Melnhof Gruppe.

Die Entscheidung für dieses Projekt bedeute zwar Kosten und längerfristige Bindung, sei aber auch im Interesse der Sicherung des Standorts Knittelfeld. „Denn aufgrund der starken Nachfrage läuft die Produktion auf Hochtouren – und dieses hohe Niveau möchten wir weiter ausbauen. Letztlich tragen wir als Spezialist für Warmwasser- und Heizungssysteme nicht nur zur Grundversorgung, sondern auch zur überfälligen Energiewende bei“, erklärte Martin Hagleitner, CEO der Austria Email AG.

APA

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