Uniper bestätigt mögliche Verstaatlichung

14. September 2022, Düsseldorf
41790348469008478_BLD_Online

Bei den Bemühungen um die weitere Stabilisierung von Deutschlands wichtigstem Gasimporteur Uniper ist nach Angaben des Unternehmens ein verstärktes Engagement des deutschen Bundes im Gespräch. Aufgrund der gestiegenen Unsicherheiten prüfen die Beteiligten „eine direkte Kapitalerhöhung, die zu einer signifikanten Mehrheitsbeteiligung des deutschen Bundes an Uniper führen würde“, wie Uniper am Mittwoch in einer Börsenmitteilung bekannt gab.

Es seien aber noch keine Entscheidungen über das Stabilisierungspaket vom Juli hinaus getroffen worden. Im Juli hatten sich die deutsche Regierung und der angeschlagene Energiekonzern sowie dessen finnische Mutter Fortum auf ein milliardenschweres Rettungspaket geeinigt, das auch den Einstieg des deutschen Bundes vorsieht. Fortum hält bisher gut drei Viertel der Uniper-Anteile.

„Seit der Unterzeichnung der Stabilisierungsvereinbarung hat sich die europäische Energiekrise weiter verschärft, da derzeit keine russischen Gasmengen durch Nord Stream 1 geliefert werden und sowohl die Gas- als auch die Strompreise sehr hoch und volatil sind“, erklärte Uniper. „Infolgedessen haben sich seit Juli die finanziellen Verluste von Uniper aufgrund der höheren Gasbeschaffungskosten deutlich erhöht.“ Das Umfeld und die finanzielle Situation würden in den Gesprächen über eine langfristige Lösung berücksichtigt.

Uniper ist in Schieflage geraten, weil Russland praktisch kein Gas mehr nach Deutschland pumpt, Uniper seine langfristigen Verträge aber erfüllen muss und sich das fehlende Gas teuer auf dem Markt kauft. Das Pipelinegas aus Russland war vergleichsweise günstig zu haben.

APA/dpa

Ähnliche Artikel weiterlesen

Menschliche Stickstoffemissionen bremsen Klimaerwärmung

25. Juli 2024, Jena
Aber kein Mittel gegen die Erderwärmung
 - Wedemark, APA (dpa)

Strom wird im Großhandel billiger, Gas teurer

23. Juli 2024, Wien
Preisänderungen treten ab August ein
 - Bremen, APA/dpa

Zugverkehr-Feinstaub: TU Graz erhob relevante Emissionen

23. Juli 2024, Graz/Augsburg
Hälfte des täglichen Feinstaub-Grenzwertes allein durch Züge
 - Ingolstadt, APA (dpa)

Aserbaidschan ermöglicht russischen Gastransit durch Ukraine

22. Juli 2024, Baku