Uniper prüft Milliardenklage gegen Gazprom – Insider

14. September 2022, Düsseldorf
Uniper will Gazprom klagen - Düsseldorf, APA/dpa

Der angeschlagene deutsche Energiekonzern Uniper erwägt Insidern zufolge eine Schadenersatzklage gegen seinen langjährigen russischen Lieferanten Gazprom vor einem Schiedsgericht in Stockholm. Dabei gehe es um eine Entschädigung in Milliardenhöhe wegen der ausgebliebenen Gaslieferungen Gazproms, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Uniper erklärte, Gasimporteure, die Ausgleichsansprüche geltend machten, müssten etwaige Schadenersatzansprüche gegen den Lieferanten prüfen. „Selbstverständlich wird demnach also auch Uniper solche Schadenersatzansprüche gegen Gazprom prüfen und bei überwiegenden Erfolgsaussichten versuchen durchzusetzen.“

Gazprom hatte seine Gaslieferungen nach Deutschland durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 mit Verweis auf Mängel zunächst reduziert und inzwischen ganz eingestellt. Die deutsche Regierung hält die Begründung für vorgeschoben und politisch motiviert. Uniper muss auf dem teuren Spotmarkt Gas einkaufen, um seine eigenen Vereinbarungen zu erfüllen. Im ersten Halbjahr fuhr der Versorger einen Verlust von 12,3 Milliarden Euro ein. Der Bund stützt den größten deutschen Gasimporteur mit Milliardenhilfen.

Uniper hatte bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen seinen einstigen Hauptlieferanten zu prüfen und auch ein mögliches Schiedsverfahren erwähnt. Solche Verfahren dauern in der Regel mehrere Jahre.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Die Hoffnung auf günstige E-Autos ? China in der Offensive

23. April 2024, Frankfurt/Peking
Der chinesische Hersteller BYD hat bereits Tesla überholt
 - Beijing, APA/AFP

Russland-Gas – Kocher plädiert für umsichtigen Ausstieg

23. April 2024, Wien
Kocher warnt vor "Flurschaden" durch zu schnellen Ausstieg
 - Wien, APA/GEORG HOCHMUTH

Bericht: E-Autoziel der deutschen Regierung nicht erreichbar

22. April 2024, Frankfurt
8,65 Mio. E-Autos statt den geplanten 15 Mio

Industrie bangt um Gasversorgung ab Jahresende

22. April 2024, Wien
Industrie braucht Lieferung von russischem Gas über die Ukraine
 - Lubmin, APA/dpa