Holz als Biomasse – Verbände kritisieren EU-Position

16. September 2022, Wien

Die gestern vom EU-Parlament festgelegte Position zur Richtlinie für Erneuerbare Energien (REDIII), die unter anderem auch den Umgang mit Biomasse aus Holzprodukten beinhaltet, ist am Donnerstag von mehreren Seiten kritisiert worden. Der Österreichische Biomasseverband (ÖBMV) sieht diese als „praxisfern, bürokratisch und teilweise inkonsistent“. Die Land&Forstbetriebe bemängeln, dass keine Rücksicht auf regionale Besonderheiten und Standards genommen werde.

„Im Gegensatz zur EU-Kommission und den Mitgliedstaaten nimmt das EU-Parlament eine kritische Haltung zur Bioenergie ein. Das Ergebnis ist ein praxisferner, bürokratischer und teilweise inkonsistenter Vorschlag, der den Ausbau der Bioenergie behindern und nicht, wie für die Zielerreichung notwendig, forcieren würde“, schrieb der Biomasseverband am Donnerstag in einer Aussendung.

Der Vorschlag, Holzenergie aus dem Wald gar nicht mehr als erneuerbar anzuerkennen, sei zwar abgelehnt worden. Kaum nachvollziehbar sei aber, dass die regionale Bioenergienutzung, die ein wesentlicher Teil der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder sei, behindert werde, während Atomenergie, Kohlekraftwerke und Fracking eine Renaissance erleben, so der Präsident des Verbands, Franz Titschenbacher.

In ein ähnliches Horn stießen die Land&Forstbetriebe. Mit dem Vorschlag würden „einer nachhaltigen Forstbewirtschaftung künftig viele zusätzliche Regeln und Auflagen vorgeschrieben, die nicht nur ökonomisch und administrativ schwierige Auswirkungen haben, sondern dem Wald auch seine Aufgabe im Kampf gegen den Klimawandel nahezu unmöglich machen“, hieß es in einer Mitteilung.

Holz als Biomasse soll nach Wunsch des EU-Parlaments bedingt nachhaltig und somit förderfähig bleiben. Ursprünglich hatte der Vorschlag im EU-Parlament die Einstufung von Biomasse aus Primärholz als Erneuerbare Energie ausgeschlossen.

APA

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