CO2-Steuer bringt nur moderaten Preisanstieg an Zapfsäulen

28. September 2022, Wien
Ab 1. Oktober zahlt man für eine volle Tankladung etwa 4 Euro mehr

Am 1. Oktober tritt die CO2-Bepreisung in Kraft. Das macht sich für Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Sprit- und Energiepreisen bemerkbar. Die CO2-Steuer hätte bereits im Juli greifen sollen, wurde aber als Maßnahme gegen die Teuerung verschoben. Zuletzt wurden die Stimmen nach einer erneuten Verschiebung wieder lauter. Insgesamt dürften die steuerbedingten Preisanstiege aber moderat ausfallen und weitgehend durch den Klimabonus ausgeglichen werden.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges waren bereits starke Treibstoffpreissprünge zu beobachten, teils mit Preisen über 2 Euro pro Liter. Im Vergleich zu diesen Erhöhungen dürfte der Preisanstieg durch die CO2-Bepreisung nur „relativ gering“ ausfallen, sagte Wifo-Umweltökonomin Claudia Kettner im Gespräch mit der APA.

Auf den Liter gerechnet müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher ab Samstag inklusive Mehrwertsteuer mit 9,9 Cent mehr je Liter Diesel und mit 8,6 Cent mehr pro Liter Benzin rechnen, wie aus Wifo-Berechnungen hervorgeht. Die CO2-Steuer in Höhe von 30 Euro pro Tonne verteuert Diesel aufgrund des höheren Kohlendioxid-Gehalts stärker als Benzin.

Zuletzt kam angesichts der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten vermehrt Kritik an der CO2-Steuer von Interessenverbänden und den Oppositionsparteien. Von einem „Anschlag auf die Geldbörsen der Landsleute“ – wie es heute etwa Udo Landbauer, Landespartei- und Klubobmann der FPÖ Niederösterreich, formulierte – könne man aber nicht sprechen, so Kettner: „Die Rückvergütung der CO2-Besteuerung ist durch den Klimabonus bereits erfolgt und mit 250 Euro auch sehr großzügig bemessen“, sagt sie. Dass die CO2-Bepreisung nun angezweifelt wird, sieht die Umweltökonomin kritisch.

Eine erneute Verschiebung der CO2-Bepreisung wäre „keine gute Idee“. Wenn Österreich die Klimaziele erreichen will, brauche es einen breiten Instrumentenmix und dazu gehöre auch die CO2-Steuer, so Kettner. Auch der Senkung der Mineralölsteuer (MöSt), wie es zuletzt der ÖAMTC gefordert hat, steht die Umweltökonomin kritisch gegenüber. Die Preissignale außer Kraft zu setzen, würde die Ziele, die Abhängigkeit von Öl und Gas sowie den CO2-Ausstoß zu reduzieren, konterkarieren. Im Verkehrssektor warte man ohnehin noch auf eine Trendwende. Die Treibstoffpreise in Österreich seien im Vergleich zu anderen Ländern immer noch sehr gering.

Ab Oktober kosten CO2-Emissionen 30 Euro pro Tonne. Der CO2-Preis soll schrittweise Jahr für Jahr angehoben werden. Kompensationszahlungen, wie der Klimabonus, werden die steuerbedingten Preisanstiege auch künftig dämpfen, erinnert die Umweltökonomin.

APA

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