Steirische Regierung fokussiert auf erneuerbare Energien

12. Oktober 2022, Schladming
Steiermarks Landeshauptmann Christopher Drexler
 - Graz, APA/ERWIN SCHERIAU

Die steirische Landesregierung hat am Dienstag und am Mittwoch ihre erste Regierungsklausur unter Vorsitz des neuen Landeshauptmanns Christopher Drexler (ÖVP) in Schladming absolviert und sich dabei auf die Themen Energiegewinnung und -sicherheit sowie Klimaschutz konzentriert. Ergebnis ist das Sachprogramm „Erneuerbare Energie“: Unter anderem sollen 962 Hektar in 39 Gemeinden für Fotovoltaikanlagen freigegeben werden – auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Drexler, der nun 100 Tage als Landeshauptmann im Amt ist, sprach bei einer Pressekonferenz von einer „wirklichen Arbeitsklausur“. Die 962 Hektar sollen als Vorrangflächen ausgewiesen werden, allerdings werden sie noch einer strategischen Umweltprüfung unterzogen. Danach finden die Gespräche mit den Gemeinden statt, kündigte der Landeschef an. Die Beschlussfassung soll im ersten Quartal 2023 erfolgen, die Realisierung unmittelbar danach.

Neben Dächern, Deponie- und Brachflächen werden auch frei stehende Fotovoltaikanlagen auf landwirtschaftlichen Flächen entstehen. Kompromisse mit den Landwirten und der Kammer seien nicht einfach gewesen, sagte Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP). „Wir werden jedenfalls die wertvollsten Bodenflächen aus der Energieproduktion herausnehmen.“ Allein 2022 seien rund 170 Hektar Fotovoltaikflächen von den steirischen Gemeinden gewidmet worden, „aber wir brauchen mehr“, unterstrich auch Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ).

Um die entstehenden Anlagen für die Nutzung von Sonnenenergie auch in das Stromnetz einspeisen zu können, müssen auch die momentanen Netzkapazitäten weiter ausgebaut werden. Am Mittwoch waren daher auch die Vorstände der Energie Steiermark, Christian Purrer und Martin Graf, bei der Klausur dabei. In den Ausbau der Netzinfrastruktur sollen bis 2030 rund 1,5 Mrd. Euro investiert werden.

Neben der Sonnenenergie setzt die Steiermark auch auf Windkraft, Wasserkraft und Biomasse: Bis 2030 soll die Zahl der Windräder in der Steiermark von derzeit 104 Anlagen in 23 Windparks auf 250 Anlagen steigen. Damit könnten dann rund 1.000 Megawatt Strom produziert werden, sagte Drexler. Das Ziel sei „ambitioniert“, aber realistisch. Das sogenannte Sachprogramm „Wind III“ sei in Auftrag gegeben worden. Bei der Wasserkraft sollen weitere Möglichkeiten ausgelotet werden. LHStv. Anton Lang (SPÖ) meinte, dass bei der Mur noch Kraftwerke möglich seien und „das brauchen wir auch“, um unabhängiger zu werden.

Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) kündigte an, dass auch beim Tempo für Verfahren und Genehmigungen noch etwas getan werde: Vieles hänge dabei von Regelungen des Bundes ab, da will man entsprechend Nachdruck verleihen, doch auch in den eigenen Abteilungen werde geprüft, wo man Personal noch schulen oder aufstocken kann. Zudem will man die Forschungskooperationen im Bereich Energie und Klima mit Hochschulen weiter ausbauen.

APA

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