EEX-Börsechef: Hilfe für Strom- und Gasverbraucher sinnvoll

13. Oktober 2022, Leipzig

Der Chef der Energiebörse „European Energy Exchange“ (EEX) in Leipzig, Peter Reitz, hat sich für die Unterstützung von Strom- und Gasverbrauchern ausgesprochen. „Wir befinden uns in einer Krisensituation. Deshalb halte ich es für sinnvoll, die Endverbraucher mit Hilfen zu schützen“, sagte Reitz im Interview mit der Leipziger Volkszeitung (Donnerstag).

Die Preisbremse, die als Maßnahme zur Entlastung unter anderem von privaten Haushalten diskutiert werde, sei gleichzeitig auch ein Anreiz zur Reduktion des Verbrauchs, da damit nur ein Grundkontingent subventioniert werde. Für den kommenden Winter sei nicht auszuschließen, dass es zu Gasknappheit kommt, sagte Reitz: „Deshalb ist es wichtig, den Gasverbrauch zu senken.“

Beim Strom liege der Preis für eine Kilowattstunde im Großhandel bei rund 42 Cent. „Das ist nur ein Teil des Preises, den der Endkunde zahlt, denn das ist der Großhandelspreis für die Ware Strom ohne Netzentgelte, Steuern und sonstige Abgaben.“ Bei vielen Endverbrauchern komme der gestiegene Strompreis zudem erst mit einer Verzögerung an, weil viele Handelsteilnehmer ihre Stromlieferungen für mehrere Jahre im Voraus kauften.

Für die Zukunft gingen Handelsteilnehmer von sinkenden Preisen aus, sagte der Chef der Strombörse. „Der aktuell gehandelte Preis für 2024 ist deutlich geringer und liegt derzeit bei 27 Cent je Kilowattstunde.“ Im darauffolgenden Jahr werde der Preis den Erwartungen zufolge weiter sinken und liege dann bei unter 20 Cent pro Kilowattstunde. Ähnliches sei es beim Gas: „Auch da erwartet der Markt nicht, dass die Versorgungskrise lange anhält.“

Die EEX entwickelt, betreibt und vernetzt Märkte für den globalen Energiehandel. Neben ihrem Sitz in Leipzig, an dem 500 Mitarbeitende beschäftigt sind, hat die Energiebörse 18 weitere Standorte weltweit und ist Mitglied der Gruppe Deutsche Börse.

APA/dpa

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