Macron ruft Deutschland in Energiekrise zu Solidarität auf

17. Oktober 2022, Kiew (Kyjiw)/Moskau
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron
 - Paris, APA/AFP

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat Berlin vor dem Hintergrund der deutschen Gaspreisbremse zu europäischer „Solidarität“ aufgerufen. Nationale Alleingänge führten zu „Verzerrungen auf dem europäischen Kontinent“, sagte er der französischen Tageszeitung „Les Echos“ (Montagausgabe).

„Unser Europa befindet sich, wie in der Corona-Krise, in einem Augenblick der Wahrheit (…). Wir müssen mit Einheit und Solidarität handeln“, sagte der französische Staatschef. Notwendig sei eine europäische statt einer nationalen Strategie.

„Es gibt eine europäische Solidarität gegenüber Deutschland, und es ist normal, dass es auch eine Solidarität Deutschlands gegenüber Europa gibt“, betonte Macron. Er habe jedoch Vertrauen „in die Stärke des deutsch-französischen Paares und in unsere Fähigkeit, gemeinsam eine ehrgeizige Strategie zu tragen“.

Die deutsche Bundesregierung hat zur Bekämpfung der Energiekrise einen 200 Milliarden Euro schweren „Abwehrschirm“ auf den Weg gebracht. Damit soll insbesondere die geplante Gaspreisbremse finanziert werden. Bei den EU-Partnern steht Berlin deshalb massiv in der Kritik. Mehrere Staats- und Regierungschefs fürchten, der deutsche „Abwehrschirm“ könne die Gaspreise weiter in die Höhe treiben.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Frankreich bezieht weiter atomares Material aus Russland

1. Dezember 2022, Kiew (Kyjiw)/Moskau/Paris

Dunkle und kalte Monate in der Ukraine

28. November 2022

Gazprom kürzt Gaslieferungen durch Ukraine doch nicht weiter

28. November 2022, Moskau/Kiew (Kyjiw)
Gazprom macht Drohung noch nicht wahr
 - Saint Petersburg, APA/AFP

Krisenkabinett der Regierung beriet über Heizsaison 2023/24

3. November 2022, Wien/Kiew (Kyjiw)/Moskau