D – Ausbau von Windrädern kommt nicht richtig in Schwung

20. Oktober 2022, Berlin
Es stockt bei den Windparks
 - Syke, APA/Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Ausbau von Windrädern an Land kommt in Deutschland nicht richtig in Fahrt. Zwar gab es zwischen Jänner und September nach vorläufigen Branchenzahlen bei neuen Inbetriebnahmen ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aus Sicht des Bundesverbands Windenergie sind aber weitaus größere Zuwächse notwendig, um Ausbauziele zu erreichen.

Die Zahl der neu genehmigten Windräder in den ersten drei Quartalen ging um 16,2 Prozent zurück. „Da die Genehmigungen den zukünftigen Zubau darstellen, ist diese Situation besorgniserregend“, kommentierte der Verband. Präsident Hermann Albers sagte der Deutschen Presse-Agentur, 10.000 Megawatt fertige Projekte lägen bei den Genehmigungsbehörden. „Um die Verfahren bis Jahresende abzuarbeiten, braucht es einen Entscheidungsturbo. Dafür müssen die Länder jetzt die sofortige Umsetzung des überragenden öffentlichen Interesses im Erneuerbare-Energien-Gesetz in den Behörden durchsetzen.“

Mehr Ökostrom spielt eine zentrale Rolle in der Strategie der deutschen Bundesregierung, um Klimaziele erreichen zu können und weniger abhängig von fossilen Energien wie russischem Gas zu werden. Die Bundesregierung hatte umfassende Maßnahmen für einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien beschlossen. Dazu gehört eine gesetzliche Verpflichtung, damit die Länder mehr Flächen bereitstellen.

Seit Jahresbeginn habe sich das Nord-Süd-Gefälle weiter verschärft, so der Bundesverband Windenergie unter Verweis auf eine Erhebung der Fachagentur Windenergie an Land.

Insgesamt seien zwischen Jänner und September 365 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1.575 Megawatt neu in Betrieb genommen worden – die meisten mit 92 in Schleswig-Holstein, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (68), Brandenburg (65) und Niedersachsen (62). Die letzten drei Plätze belegten demnach, abgesehen von den Stadtstaaten, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Sachsen mit nur je 5 neuen Anlagen und das Saarland mit 2 Inbetriebnahmen. Insgesamt seien mit 30. September rund 28.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 57.000 Megawatt am Netz.

Neu genehmigt worden seien von Jänner bis September insgesamt 524 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 2750 Megawatt. Die meisten neuen Genehmigungen entfielen demnach auf Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, die Schlusslichter bildeten unter Ausnahme der Stadtstaaten Sachsen, Bayern und das Saarland. „Die Länder, die ohnehin sowohl bei der installierten Leistung als auch beim Zubau seit Jahren deutlich schwächeln, werden auch erkennbar in den kommenden Jahren nicht genug Zubau entfesseln, um das Ungleichgewicht zwischen Nord und Süd auszugleichen“, so der Verband.

APA/dpa

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