Polnische Regierung beschließt Bau von Atomkraftwerken

2. November 2022, Warschau

Die polnische Regierung hat eine Resolution zum Bau der ersten Kernkraftwerke des Landes verabschiedet. Den Zuschlag für den ersten Standort erhielt der US-Konzern Westinghouse Electric Company, wie die Nachrichtenagentur PAP am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Warschau meldete. Die Grundlage bildet ein Kooperationsabkommen zwischen Washington und Warschau über die zivile Nutzung der Atomkraft aus dem Jahr 2020.

„Wir sehen deutlich, dass wir nicht nur auf bewährte Technik, sondern auch auf bewährte Partner setzen müssen“, sagte der nationalkonservative Regierungschef Mateusz Morawiecki. Der bevorzugte AKW-Standort Lubiatowo-Kopalino liegt an der Ostseeküste in der Woiwodschaft Pommern nordwestlich von Danzig (Gdansk). Vorgesehen sind drei Druckwasserreaktoren des Typs AP 1000.

Geplant ist außerdem ein zweiter AKW-Standort. „Das ist ein Projekt, das den Bau eines Atomkraftwerks in Polen durch ein koreanisches Unternehmen unter Beteiligung polnischer Firmen betrifft“, erläuterte Morawiecki. Zu einem möglichen dritten Projekt in Zentralpolen gibt es noch keine näheren Informationen. Auch Frankreich hatte Interesse an den Aufträgen bekundet.

Der erste polnische Atomreaktor soll 2033 ans Netz gehen. In den 1980er-Jahren war in der Nähe von Danzig (Gdansk) mit dem Bau eines Kernkraftwerks sowjetischer Bauart begonnen worden. Das KKW Zarnowiec wurde nach Protesten nie fertiggestellt. Derzeit decken Kohlekraftwerke rund 70 Prozent des polnischen Strombedarfs ab.

APA/dpa

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