Gewessler fordert mehr Klimafinanzierung für Globalen Süden

16. November 2022, Sharm el-Sheikh
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler
 - Wien, APA/HELMUT FOHRINGER

Am Rande der Weltklimakonferenz COP27 in Ägypten hat sich Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch mit ihrer pakistanischen Amtskollegin Sherry Rehman getroffen. Die beiden Politikerinnen unterhielten sich vor allem über die internationale Klimafinanzierung. „Die verheerenden Überschwemmungen in Pakistan sind die Folgen der Klimakrise in ihrer schlimmsten Form. Das Land fordert zu recht mehr Unterstützung durch die Industrieländer“, so Gewessler.

Kaum ein Land ist so von der Klimakrise betroffen wie der Staat in Südasien mit über 225 Millionen Einwohnern. Bei den verheerenden Überschwemmungen in diesem Jahr starben laut offiziellen Angaben mindestens 1.600 Menschen, beinahe ein Drittel des Landes ist von Wasser überflutet. Millionen von Menschen mussten ihre Häuser verlassen, wie das Umweltministerium mitteilte.

Die Schreckensszenarien von den verheerenden Folgen des Klimawandels sind in Pakistan nach den Worten von Planungsminister Ahsan Iqbal bereits bittere Realität. „Der Klimawandel ist keine Fiktion mehr, er ist Wirklichkeit geworden“, sagte Iqbal laut dpa bei der Weltklimakonferenz in Sharm el-Sheikh. Die Erderwärmung habe „Verwüstung bei den Ärmsten der Armen angerichtet – und damit eine menschliche Tragödie.“ Diese Entwicklung werde sich nur noch verstärken. „Es wird regnen, wenn wir keinen Regen brauchen, und nicht regnen, wenn wir Regen brauchen.“

„Pakistan hat den Preis gezahlt für etwas, das es nicht verursacht hat“, sagte Iqbal. Das Land trage zur Erderwärmung „weniger als ein Prozent“ bei, gehöre aber zu den verwundbarsten Ländern mit Blick auf klimabedingte Schäden. „Die Ärmsten der Armen zahlen diesen Preis.“ Sie seien getroffen worden von einer Katastrophe, für die sie nicht verantwortlich seien.

Pakistan zählt zu den Ländern, die bei der laufenden Klimakonferenz in Ägypten neue Zusagen reicher Staaten fordern, um klimabedingte Schäden in ärmeren Ländern auszugleichen. Ob bei der Konferenz, die offiziell bis Freitag läuft, ein neuer Geldtopf unter dem Dach der Vereinten Nationen geschaffen wird, ist unklar.

Gewessler wie Rehman forderten deshalb Fortschritte im Bereich der internationalen Klimafinanzierung, vor allem für die besonders stark betroffenen Länder im Globalen Süden. „Wir müssen eine Antwort auf die lebensbedrohlichen Herausforderungen finden, mit denen die vulnerabelsten Länder dieser Welt konfrontiert sind“, so Gewessler. Österreich stellt in den nächsten vier Jahren 50 Millionen Euro für die Vermeidung und Behebung klimabedingter Schäden („Loss and Damage“) zur Verfügung. Die Ministerin lud Rehmann zudem zum Austrian World Summit im kommenden Jahr ein, der seit 2017 in Wien stattfindet.

APA

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