Wien Energie setzt Öl für Fernwärme ein um Gas zu sparen

21. November 2022, Wien
In Spittelau steht eines der vier Heizwerke der Wien Energie
 - Wien, APA/THEMENBILD

Der städtische Energieversorger der Bundeshauptstadt, die Wien Energie, setzt seit diesem Wochenende Heizöl extra leicht in der Fernwärme ein. Dies geschehe, um die Gasreserven zu schonen, erklärte das Unternehmen am Sonntag in einer Aussendung. „Gas sparen, wo immer es möglich ist – auch im Hinblick auf das kommende Jahr“, schilderte Wien-Energie-Chef Michael Strebl das Ziel.

Die Heizwerke Spittelau, Arsenal, Inzersdorf und Leopoldau werden normalerweise mit Gas zur Spitzabdeckung, etwa an besonders kalten Tagen oder wenn die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) nicht im Einsatz sind, betrieben. In dieser Heizsaison werden die Anlagen regelmäßig stunden- oder tageweise im Ölbetrieb zum Einsatz kommen, so das Unternehmen.

Knapp 20.000 Tonnen Heizöl extra leicht hat Wien Energie bereits eingelagert sowie weitere Lieferverträge abgeschlossen. Alle Heizwerke haben zusammen eine Höchstleistung von rund 1.250 Megawatt und können damit auch im Fall eines Gas-Engpasses zusammen mit der Müllverbrennung, der Biomasse und industrieller Abwärme die Wärmeversorgung in Wien gewährleisten.

Nach dem extrem milden Oktober und ersten Novemberwochen steige nun, Mitte November, der Fernwärmebedarf in Wien, hieß es seitens der Wien Energie.

Mit dem Einsatz von Öl ersetzt das Unternehmen einen fossilen Brennstoff mit einem anderen klimaschädlichen Brennstoff. Strebl verteidigte den Einsatz: „Der Ölbetrieb ist eine akut notwendige Maßnahme zur Sicherstellung der Versorgung in diesem Krisenwinter.“

Langfristig, konkret bis 2040, will die Wien Energie ihre Fernwärmeversorgung auf klimaneutrale Beine stellen. Zwei Schritte auf diesem Weg sind die Großwärmepumpe bei der ebswien Kläranlage, die 2023 in Betrieb geht und Wiens erste Tiefengeothermie-Anlage, die ab 2026 in Aspern grüne Wärme produzieren soll.

APA

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