Energiebörse EEX warnt vor Gaspreisdeckel in der EU

22. November 2022, Leipzig/Brüssel

Die Europäische Energiebörse (EEX) mit Sitz in Leipzig hat vor einem Gaspreisdeckel in der EU gewarnt. Die Pläne seien ein Risiko für die finanzielle Stabilität und die Versorgungssicherheit in den europäischen Energiemärkten, kritisierte EEX-Strategievorstand Tobias Paulun. Die EU-Energieminister wollen am Donnerstag über die Pläne beraten, über die seit Monaten gestritten wird. Die EU reagiert damit auf die Gaspreisexplosion in Folge der russischen Lieferstopps.

Nach einem Reuters in der vergangenen Woche vorliegenden EU- Papier könnte an dem in Europa maßgeblichen Handelsplatz für Gas, dem „Title Transfer Facility“ (TTF) in den Niederlanden, ein Preisdeckel für den Kontrakt für einen Monat im Voraus vereinbarte Lieferungen festgesetzt werden. Die Preisbildung am TTF gilt als Referenz für den Handel in Nord-West-Europa. Dadurch werde Gas nicht billiger, sagte Paulun. Es drohe vielmehr die Gefahr, dass der Zugriff von Versorgern und Händlern in Europa auf den weltweiten Markt eingeschränkt werde. Zudem solle die Wirkung dieser Maßnahmen jeweils immer erst im Nachhinein überprüft werden – wenn ein Schaden womöglich bereits eingetreten sei. Die Bedenken seien auch vom europäischen Energiebörsenverband Europex, bei dem die EEX Mitglied ist, in einem Schreiben an die EU-Kommission und die EU-Energie- und Finanzminister mitgeteilt worden.

Die Börse warnte auch, dass Handelsteilnehmer sich abseits von TTF vermehrt in den außerbörslichen Energiemarkt mit weniger stringenten Vorschriften für Sicherheitszahlungen, Transparenz und Clearing bewegen könnten. Das könnte zu höheren Ausfallrisiken und Intransparenz führen, argumentierte die EEX. Ein Vermeiden von „Month-Ahead“ Absicherungen seitens der Handelsteilnehmer könnte zudem den Markt für Sofortlieferungen überlasten.

APA/ag

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