Onlineportal soll PV-Anträge in Tirol rascher abarbeiten

30. November 2022, Innsbruck
Mehr Tempo soll in die Sache kommen
 - Nieder-Olm, APA/dpa

Nachdem ein großer Anstieg an Photovoltaik-Anträgen in Tirol zu massiven Verzögerungen bei der Bearbeitung und Erstellung von Netzzugängen geführt hatte, hat der landeseigene Energieversorger Tinetz Anfang des Monats ein neues Onlineportal eingerichtet. Dieses sollte für eine raschere Abarbeitung sorgen. Knapp einen Monat später zogen die beiden Geschäftsführer eine positive erste Bilanz. Es seien seither bereits 1.000 neue PV-Anfragen eingelangt.

Auch ein Großteil der liegen gebliebenen Anträge konnte mittlerweile abgearbeitet werden. Die Bearbeitung sei durch das neue Kundenportal wesentlich beschleunigt worden, berichtete Tinetz-Geschäftsführer Thomas Tratter via Aussendung am Mittwoch.

Die Zahl der Anträge habe sich gegenüber den Vorjahren verzehnfacht – „und damit auch unsere Systeme an die Grenzen gebracht“, erklärte Tinetz-Geschäftsführer Thomas Rieder. Zur Höchstzeit, Ende Oktober, seien über 5.000 PV-Anträge unerledigt gewesen. Dafür entschuldigten sich die beiden Geschäftsführer, fügten aber auch hinzu, dass zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Anträge bearbeitet worden seien als im Rekord-Vorjahr. Bis zum Jahresende rechneten die beiden mit einer Verdoppelung der Einspeise-Verträge. Mitte Dezember sollte sich der Betrieb „normalisiert“ haben, hieß es.

Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) kündigte indes ein konkretes Investitionsprogramm an, das er im kommenden Jahr gemeinsam mit Tinetz und Tiwag vorstellen wolle. Mattle verwies auf das Regierungsprogramm, in dem sich Schwarz-Rot zum Ziel gesetzt hatte, fünf Millionen Quadratmeter PV-Paneele umzusetzen – „um bei der Photovoltaik vom österreichischen Schlusslicht zum Spitzenreiter zu werden“, wie Mattle unterstrich. Er sei „froh, dass nun eine digitale Lösung für die rasche Abarbeitung der Anträge vorliegt“, nahm er Bezug auf das neue Online-Portal. In den nächsten Jahren müssten jedoch auch die Netze massiv ausgebaut werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

2021 hat die Bundesregierung mit dem Parlament im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz beschlossen, dass 2030 der Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Quellen kommen muss. Für Wind, Photovoltaik, Wasser und Biomasse wurden dabei konkrete Ziele definiert, wie viel Terawattstunden (TWh) an Kapazität hinzugefügt werden soll. Laut Energieagentur hat Tirol erst zwölf Prozent der vorgegebenen Anlagen errichtet und ist somit österreichweit Schlusslicht.

APA

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