Badelt: Deutsche Energiepreisbremse erhöht Druck auf Wien

1. Dezember 2022, Wien

Christoph Badelt, Chef des Fiskalrats des Bundes, sieht in der geplanten deutschen Energiepreisbremse ein „echtes Dilemma“. Er halte diese nicht für gescheit, denn derartige Maßnahmen mit der Gießkanne würden „wahnsinnig viel Geld kosten“, sagte er in der „ZiB2“ (Mittwoch). Auch aus Gründen der Verteilungsgerechtigkeit sei die Maßnahme nicht sinnvoll. Wenn dann aber in Österreich Energie deutlich teurer wäre, würde das im internationalen Wettbewerb Druck in Wien erzeugen.

Dass bei den hohen Energiepreisen ohnehin schon der Wendepunkt erreicht sei, glaubt der Wirtschaftsforscher nicht. „Wir sind noch lange nicht über dem Berg“, meinte er mit Verweis auf ein deutliches Auseinanderklaffen von Erzeugerpreisen und Verbraucherpreisindex. „Da steht uns auch wieder etwas bevor“, sagte er. Gleichzeitig erwartet Badelt aber im kommenden Jahr einen leichten Rückgang bei der Teuerung.

Zu den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen hielt sich Badelt bedeckt, sprach aber von funktionierenden Lösungen und dem Glück, dass es eine Sozialpartnerschaft gibt. Durch die Abschlüsse mit einem Plus von sieben und acht Prozent werde es zwar einen gewissen Effekt auf die Teuerung geben, viel gravierender sei aber die Auswirkung der Angebotsseite.

APA

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