Wie man einen österreichweiten Stromausfall übersteht

1. Dezember 2022

Bei einem Planspiel wird der Ausfall der Stromversorgung und der Umgang damit geprobt

Simulation. Bei einem Blackout, also einem überregionalen, länger andauernden Stromausfall, funktioniert nichts mehr wie gewohnt. Wer besser auf so eine Situation vorbereitet ist, kann mit den Folgen besser umgehen und das Stromnetz schneller wieder in Gang bringen. Deshalb veranstaltete der Verein Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) heuer bereits zum zehnten Mal ein Blackout-Planspiel.

Im Wiener Raiffeisen-Forum wurden am Dienstag Vertreter von Infrastrukturbetreibern aus unterschiedlichen Sektoren (Energieversorgung, Telekommunikation, Verkehr, Finanzen, Wasser, Lebensmittel, Gesundheit etc.) mit einem Szenario konfrontiert und sollten durchspielen, wie sie darauf reagieren würden.

Wie 2021, nur schlimmer

Das Szenario für das aktuelle Planspiel lehnt sich an einen Vorfall aus dem Jänner 2021 an. Damals war es durch einen technischen Defekt in einem Umspannwerk in Kroatien zu einer Kettenreaktion gekommen, die sich auf ganz Europa auswirkte. Während damals innerhalb einer Stunde der Normalzustand wiederhergestellt werden konnte, kam es im Planspiel zu einem Blackout, der nicht nur Österreich betrifft. Die Aktivitäten der Planspiel-Teilnehmer wurden erfasst und auf einer digitalen Plattform simuliert. Dadurch soll sichtbar werden, welche Auswirkungen einzelne Maßnahmen haben, welche Kaskadeneffekte dadurch entstehen und wie die Zusammenarbeit der einzelnen Sektoren funktioniert.

Resilienz stärken

„Daraus kann man Maßnahmen für die Zukunft ableiten, um solche Ausfälle wesentlich effektiver bearbeiten zu können und die Resilienz gegen Blackout-Folgen zu stärken“, sagt Helmut Leopold vom Austrian Institute of Technology. Das AIT war für die wissenschaftliche Begleitung des Planspiels verantwortlich. Die Industriellenvereinigung war ebenfalls Partner der Veranstaltung.

„Planspiel hört sich harmlos an, aber ist ein absolut notwendiges Trockentraining“, meint Innenminister Gerhard Karner bei der Eröffnung. „Cyberattacken, Terroragriffe und Blackouts sind keine akuten Bedrohungen, aber latente und wir müssen uns darauf vorbereiten.“

Laut KSÖ-Präsident Erwin Hameseder werden durch das Planspiel Schwachstellen aufgezeigt, aber auch Prozesse, die gut funktionieren. Er hält einen Blackout für ein „Szenario mit einer signifikanten Eintrittswahrscheinlichkeit“. Auch wenn manche Entscheidungsträger versuchen, die Bevölkerung zu beschwichtigen, müsse man darauf aufmerksam machen und Menschen motivieren, sich auf den Krisenfall vorzubereiten.

Kurier

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