Mehrere Interessenten für Lukoil-Raffinerie in Italien

9. Dezember 2022, Rom/Moskau

Die italienische Regierung führt Gespräche mit verschiedenen nationalen und internationalen Unternehmen, die am Erwerb einer vom russischen Öl-Konzern Lukoil betriebenen Ölraffinerie auf Sizilien interessiert sind. Angesichts der strategischen Rolle, die die Raffinerie für die Energieversorgung Italiens spielt, will die Regierung in Rom die Beschäftigung erhalten, teilte das Industrieministerium in Rom am Freitag mit.

Italien hat vergangene Woche die Raffinerie auf Sizilien unter staatliche Kontrolle gestellt. Rom schritt ein, weil der Isab-Raffinerie – eine der größten in Europa – das Aus drohte, angesichts des am 5. Dezember begonnenen EU-weiten Verbots der Einfuhr von russischem Rohöl über den Seeweg. Etwa 1.000 Italiener drohten ohne staatlichen Eingriff ihren Job zu verlieren.

Die Zwangsmaßnahme gelte vorerst für zwölf Monate, teilte die Regierung von Premierministerin Giorgia Meloni mit. Ein Treuhänder soll dafür sorgen, dass die Raffinerie weiterarbeiten kann. Die Isab-Raffinerie hat eine jährliche Kapazität von zehn Millionen Tonnen Rohöl und deckt etwa 20 Prozent des italienischen Bedarfs.

Rom folgt mit seiner Entscheidung dem Beispiel Berlins, das im September die Kontrolle über die deutschen Aktivitäten des russischen Ölkonzerns Rosneft übernommen hatte. Rosneft geht wegen der Treuhandverwaltung seiner deutschen Tochterfirmen gerichtlich gegen das Bundeswirtschaftsministerium vor.

APA

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