Offenbar „bedeutender Durchbruch“ bei Kernfusion

12. Dezember 2022, Washington
US-Energieministerin Jennifer Granholm wird den Durchbruch vorstellem
 - Washington, APA/AFP

Wissenschaftern eines US-Labors ist offenbar ein wichtiger Fortschritt in der Kernfusionsforschung gelungen. US-Energieministerin Jennifer Granholm werde am Dienstag „einen bedeutenden wissenschaftlichen Durchbruch“ bekanntgeben, teilten das US-Energieministerium und das Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien mit. Laut Medien wurde erstmals mit einem experimentellen Fusionsreaktor mehr Energie erzeugt als während des Prozesses verbraucht wird.

Dabei sei ein „Nettoenergiegewinn“ von 120 Prozent erreicht worden, berichtete die britische „Financial Times“ am Sonntag unter Berufung auf drei an der Forschung Beteiligte. Auch die „Washington Post“ berichtete über den mutmaßlichen Durchbruch und zitierte einen Fusionswissenschaftler mit den Worten: „Für die meisten von uns war dies nur eine Frage der Zeit.“

Das US-Energieministerium und das Labor wollten die Berichte zunächst nicht bestätigen, da die „Analyse noch im Gange“ sei. Sie kündigten jedoch eine Stellungnahme der Ministerin für Dienstag an.

Bei der Kernfusion werden Atomkerne bei extremen Temperaturen miteinander verschmolzen. Dabei werden enorme Mengen Energie freigesetzt. Herkömmliche Atomkraftwerke gewinnen Energie aus der Spaltung von Atomkernen.

Um eine Kernfusion herbeizuführen, ist ein erheblicher Energieaufwand nötig. Die Kernfusion könnte ihren Unterstützern zufolge auf lange Sicht eine Alternative zur Verbrennung fossiler Brennstoffe und der umstrittenen Kernspaltung werden. Obwohl seit den 1950er-Jahren Dutzende Versuchsreaktoren gebaut wurden, war es bisher in keiner Anlage gelungen, mehr Energie zu erzeugen als für den Prozess benötigt wird.

APA/ag

Ähnliche Artikel weiterlesen

Chevron legt milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm auf

26. Jänner 2023, San Ramon (Kalifornien)

Experte: Fusionskraftwerk kommt nicht schneller

2. Jänner 2023, Greifswald/Washington
Thomas Klinger, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
 - Greifswald, APA/dpa

Keystone-Ölpipeline wieder vollständig in Betrieb

30. Dezember 2022, Washington

Exxon klagt EU wegen Übergewinnsteuer

29. Dezember 2022, Brüssel/Irving (Texas)