Deutsche Industrie erhöhte 2021 Energieverbrauch

13. Dezember 2022, Berlin

Die Industriebetriebe in Deutschland haben ihren Energieverbrauch 2021 erhöht. Mit 3.918 Petajoule wurden um 4,6 Prozent mehr verbraucht als im ersten Coronajahr 2020, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Der Wert lag auch um 2,6 Prozent höher als im Vorkrisenjahr 2019. Mit 88 Prozent wurde der Großteil davon energetisch eingesetzt, also für die Strom- und Wärmeerzeugung.

Die übrigen zwölf Prozent dienten als Grundstoff zur Herstellung von Produkten wie Chemikalien, Düngemitteln oder Kunststoffen. Wie schon in den Vorjahren waren die wichtigsten Energieträger Erdgas (30 Prozent) und Strom (21 Prozent), gefolgt von Kohle sowie Mineralölen und Mineralölprodukte (jeweils 16 Prozent).

Größter Energieverbraucher blieb die Chemische Industrie mit einem Anteil von 29,8 Prozent. Auf den Plätzen folgen die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 23,4 Prozent sowie die Kokerei und Mineralölverarbeitung mit 9,1 Prozent. Allerdings wurden in der Chemischen Industrie mehr als ein Drittel der Energieträger als Ausgangsstoffe für chemische Produkte eingesetzt. Wird nur die energetische Verwendung berücksichtigt, dann hatte die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 26,2 Prozent den höchsten Anteil, gefolgt von der Chemischen Industrie mit 21,7 Prozent.

Der rein energetische Verbrauch lag im vergangenen Jahr nahezu unverändert im Vergleich zu 2012. „Innerhalb der Branchen zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen“, so die Statistiker. In vielen Branchen wie der Kokerei und Mineralölverarbeitung (-14,5 Prozent), im Maschinenbau (-11,5) sowie in der Herstellung von Papier und Pappe (-4,3) gab es einen Rückgang. Dagegen meldeten die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen einen Anstieg um 14,7 Prozent. Die Bedeutung von Energieträgern als Grundstoffe zur Herstellung von Produkten wie Chemikalien, Düngemitteln oder Kunststoffen nahm in diesem Zeitraum deutlich ab, und zwar von 16,5 auf 12,0 Prozent.

APA/ag

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