Schweizer wollen keine Windräder in den Alpen

15. Dezember 2022, Bern
Schweizer wollen sich ihre Berge nicht "verschandeln" lassen
 - Bordelum, APA/dpa

Trotz Energieknappheit ist Energie-Infrastruktur in unberührten Berggebieten für die Bevölkerung in der Schweiz tabu. Dies zeigt eine neue repräsentative Befragung.

Landwirtschaftlich geprägte Landschaften des Mittellands wurden bei der Wiederbefragung 2022 gar als weniger geeignet beurteilt als noch 2018, hieß es in einer Mitteilung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vom Donnerstag. Für Standorte in Bergregionen, die schon über touristische Infrastruktur verfügen, sei die Akzeptanz für Photovoltaik-Anlagen aber massiv gestiegen.

Die Befragung macht nach Ansicht der Forschenden deutlich, wo Großanlagen für Alternativenergien Chancen haben und wo nicht. „Bei Projekten in unberührten Berggebieten ist nicht nur mit dem Widerstand seitens des Natur- und Landschaftsschutzes zu rechnen, sondern von großen Teilen der Bevölkerung“, ließ sich der Projektleiter Marcel Hunziker, Leiter der Forschungsgruppe Sozialwissenschaftliche Landschaftsforschung der WSL, in der Mitteilung zitieren.

Auch Menschen, die sich von der Erhöhung der Energiepreise existenziell bedroht fühlten und Menschen, die für den Ausbau erneuerbarer Energien sind, lehnen Energieanlagen in unberührten Alpenlandschaften ab.

Anders sei dies in Regionen wie dem Jura oder den Voralpen. Je stärker Personen die Meinung vertreten, dass Schweizer Landschaften mit erneuerbaren Energieanlagen versehen werden um Umweltprobleme abzuwenden, desto eher sind sie bereit, die Energieproduktion auch im Jura oder den Voralpen zu akzeptieren.

Für die Studie beurteilten über tausend Personen Bilder von typischen Schweizer Landschaften mit Darstellungen von Windrädern, Photovoltaikanlagen oder Hochspannungsleitungen. Bereits nach der Annahme der Energiestrategie 2050 im Frühjahr 2018 hatte die Forschungsgruppe die gleiche repräsentative gesamtschweizerische Befragung durchgeführt.

APA/sda

Ähnliche Artikel weiterlesen

D – Mehr Tempo für Kernfusion-Kraftwerk gefordert

3. Feber 2023, München/Berlin
Deutschlands Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger
 - Berlin, APA/dpa

Energiewende: Neue Technologien keine Allheilmittel

25. Jänner 2023, Wien
Im Bild: Versuchsanlage in Island verwandelt CO2 zu Stein
 - Wien, APA/BKA

Cooler Strom: Japaner versuchen Energiegewinnung aus Schnee

9. Jänner 2023, Tokio

Experte: Fusionskraftwerk kommt nicht schneller

2. Jänner 2023, Greifswald/Washington
Thomas Klinger, Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik
 - Greifswald, APA/dpa