Investor Umek übt deutliche Kritik an EVN-Führung

16. Dezember 2022, Maria Enzersdorf
Harsche Kritik an der Unternehmensführung - Maria Enzersdorf, APA/THEMENBILD

Der Investor Klaus Umek hat deutliche Kritik an der Führung des niederösterreichischen Energieversorgers EVN geübt. In einem Brief an den Aufsichtsrat monierte der Gründer des Hedgefonds Petrus Advisers die schlechte Performance der EVN-Aktie an der Börse und bezeichnete das Unternehmen als schlecht geführt, berichtete die Tageszeitung „Die Presse“ am Donnerstag.

An der Börse werde das Unternehmen weit unter seinem Wert gehandelt. Würde man die Beteiligung der EVN am Verbund – 12,6-Prozent mit einem Wert von 3,7 Milliarden Euro – von der aktuellen Marktkapitalisierung von 3,2 Mrd. Euro abziehen, käme man auf einen negativen Unternehmenswert von rund 500 Millionen Euro für alle Geschäftsfelder der EVN, zitiert die Zeitung das Schreiben von Umek.

Gegenüber der Presse sagte der Investor weiter: „Es ist absolut nicht zufriedenstellend, wie bei der EVN mit Geld umgegangen wird. Sowohl das Management als auch der Aufsichtsrat haben hier ein massives Problem,“ attackiert Umek den EVN-Konzernchef Stefan Szyszkowitz und Finanzvorstand Franz Mittermayer. „Das Unternehmen ist sehr undurchsichtig – und das ist bewusst so gemacht,“ so der Investor weiter, der eine Überprüfung der Strategie einfordert. So müsse das Geschäft in Bulgarien und Nordmazedonien geprüft werden. Auch die Sinnhaftigkeit des in Umeks Augen „hochriskanten Anlagenbaugeschäfts in Kuwait oder Bahrain“ müsse überdacht werden.

Von Konzernseite wird dagegengehalten, dass das Unternehmen vor dem Hintergrund der massiven Umbrüche um Energiesektor ein „sehr stabiles Ergebnis“ vorstellen konnte. Überdies sei man mit Petrus Investors immer wieder in positivem Kontakt gewesen, nach der Coronakrise sei dieser jedoch abgerissen. „Wir werden ihn wieder aufnehmen und einen gemeinsamen Blick nach vorne machen“, heißt es in einer Stellungnahme der EVN vom Donnerstag.

Am heutigen Donnerstag legte die EVN Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2021/22 vor. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 209,6 Mio. Euro übrig, das waren um 35,6 Prozent weniger als im Geschäftsjahr davor.

APA

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