Kälte sorgt für sinkende Gasspeicher-Füllstände

16. Dezember 2022, Brüssel
Manometer auf dem Gelände eines Untergrund-Gasspeichers
 - Bad Lauchstädt, APA/dpa-Zentralbild

In Europas Gasspeichern führt die Kältewelle zu sinkenden Füllständen, wenn auch weiter auf hohem Niveau. Für Österreich gibt die Plattform ACSI einen Füllstand von 87,6 Prozent an (Mittwoch) und einen Rückgang um 0,7 Prozent zum Vortag. In Deutschland waren die Gasspeicher zuletzt 90,2 Prozent gefüllt. Das war ein Prozentpunkt weniger als am Vortag. Zuletzt war am 27. November in Deutschland Gas eingespeichert worden. Seitdem geht die Füllmenge zurück – wie meist im Winter.

Die Speicher gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit ein Puffersystem für den Markt. Die Füllstände nehmen nach Beginn der Heizperiode im Herbst üblicherweise ab. In Österreich waren die Gasspeicher im Herbst zu über 90 Prozent gefüllt. In Deutschland war am Vormittag des 14. November sogar ein Füllstand von 100 Prozent verzeichnet worden. Am 1. Februar sollen diese laut Energiewirtschaftsgesetz noch zu 40 Prozent gefüllt sein.

Zu beachten ist, dass weiter dauerhaft Gas durch Pipeline-Importe nach Deutschland fließt, zuletzt ausschließlich aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Ab dem 22. Dezember soll außerdem erstmals direkt in Deutschland angelandetes Flüssigerdgas (LNG) in den Markt kommen.

Die Kälte hatte zuletzt für steigende Gasverbräuche gesorgt. Das von der Bundesnetzagentur geforderte Einsparziel von 20 Prozent gegenüber dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen vier Jahre wurde nicht erreicht. So lag der Verbrauch von Haushalten und Industrie in der vergangenen Woche (KW 49) nur noch um 5,2 Prozent unter dem Wochenmittel der vier Jahre zuvor. Temperaturbereinigt lag der Verbrauch in der 48. und 49. Kalenderwoche um 12 Prozent unter dem Referenzwert der letzten vier Jahre.

In Österreich lagen nach Angaben des Klimaministeriums die Einsparungen beim Gasverbrauch von August bis November je nach Monat im Vergleich zum Durchschnittsverbrauch der vergangenen fünf Jahre bei 8,3 bis 25,4 Prozent. Die EU fordert Einsparung von 15 Prozent von August 2022 bis März 2023.

APA/dpa

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