Deutscher Stromverbrauch 2022 gesunken – Exporte gestiegen

4. Jänner 2023, Berlin
Anteil der Erneuerbaren stark gestiegen - Leuna, APA/dpa

Der deutsche Stromverbrauch ist im vergangenen Jahr gesunken, der Anteil der erneuerbaren Energie an der Erzeugung gleichzeitig kräftig gestiegen. Insgesamt wurden 484,2 Terawattstunden (TWh) verbraucht und damit um 4,0 Prozent weniger als 2021, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte. Die Stromerzeugung wuchs gleichzeitig um 0,4 Prozent auf 506,8 TWh. Der Anteil erneuerbarer Energien daran kletterte auf 48,3 Prozent, nachdem es 2021 noch 42,7 Prozent waren.

„Den größten Beitrag dazu leisteten Windkraftanlagen – vor allem an Land“, hieß es dazu. On- und Offshore-Anlagen kamen gemeinsam auf einen Anteil von 25,9 Prozent. Photovoltaik deckte 11,4 Prozent und Biomasse 8,2 Prozent. Die übrigen 2,8 Prozent entfielen auf Wasserkraft und sonstige Erneuerbare.

Die Erzeugung durch Erdgas nahm im abgelaufenen Jahr um 1,7 Prozent zu. „Ein Grund für den Einsatz von Gaskraftwerken ist deren Flexibilität, wenn kurzfristig eine höhere Stromnachfrage bedient werden muss“, erklärte die Bundesnetzagentur dazu. Hilfreich und teilweise unentbehrlich seien Gaskraftwerke etwa für die Netzentlastung. Zugenommen hat 2022 die Erzeugung durch Braunkohle, die um 5,4 Prozent zulegte. Bei Steinkohle gab es sogar ein Plus von 21,4 Prozent. „Der Gesetzgeber hat die Rückkehr von Kohlekraftwerken an den Strommarkt möglich gemacht, damit wieder weniger Strom durch Gaskraftwerke erzeugt wird“, so die Agentur.

Strom hat sich im vergangenen Jahr angesichts des russischen Krieges gegen die Ukraine merklich verteuert. Der durchschnittliche Großhandelspreis lag den Angaben nach bei 235,45 Euro je Megawattstunde. 2021 betrug er mit 96,85 Euro noch weniger als halb so viel. Deutschland war 2022 erneut Netto-Stromexporteur: insgesamt 26,28 TWh gingen ins Ausland. Der Nettoexport sei im Vergleich zu 2021 um mehr als die Hälfte gestiegen. Auch der Exportüberschuss fiel mit 2,88 Milliarden Euro deutlich höher aus als 2021 mit 1,142 Mrd. Euro.

APA/ag

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