E-Control und BWB nehmen Strom- und Gasmärkte ins Visier

18. Jänner 2023, Wien
Ein "schärferes" Auge auf die Energiepreise
 - Frankfurt/Main, APA/dpa

Die Strom- und Gasmärkte kommen nicht zur Ruhe. Seit Ende 2021 sind die Preise massiv gestiegen und diese Preissteigerungen sind mittlerweile bei den Konsumentinnen und Konsumenten angekommen. Seit einigen Wochen sinken die Strom- und Gaspreise auf den Großhandelsmärkten wieder deutlich. Die Anzahl der Beschwerden und Anfragen sowohl bei der E-Control als auch bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) nimmt immer weiter zu, wie die beiden Behörden in einer Aussendung mitteilen.

Vor allem die großen Preisunterschiede zwischen Alt- und Neukundenverträgen sowie das unterschiedliche Angebotsverhalten vieler Lieferanten sorge für Unzufriedenheit bei den Kunden. Daher richten E-Control und BWB eine gemeinsame Taskforce ein, um die Situation am Strom- und Gasmarkt zu untersuchen, geht aus der Aussendung hervor. Diese soll die Entwicklung der Strom- und Gaspreise und Beobachtung des Zusammenwirkens der Großhandelspreise und Endkundenpreise auf Plausibilität prüfen. Aber auch die vertraglichen Unterschiede für verschiedene Kundengruppen etwa Alt- und Neuverträge sollen beleuchtet werden. Die Taskforce werde sich zudem mit den Angebotsstrategien sowie mit den Auswirkungen der Strompreisbremse beschäftigen. Aber auch die Beleuchtung der Marktstrukturen und -positionen sowie die Untersuchung von Hinweisen auf Kartellierung oder Machtmissbrauch sollen zu ihren Aufgaben gehören.

Bereits im zweiten Quartal 2023 sollen erste Erkenntnisse präsentiert werden. Wobei die Task Force bis zum Ende der Strompreisbremse Mitte 2024 bestehen soll.

„Die Bundeswettbewerbsbehörde priorisiert derzeit die Märkte, die für Konsumenten und Volkswirtschaft von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören auch die Energiemärkte. Die aktuellen Herausforderungen in diesem Sektor können nur durch enge Kooperation zwischen BWB und E-Control bewältigt werden“, begründete die Generaldirektorin Natalie Harsdorf-Borsch die Gründung der Taskforce.

„Die KonsumentInnen haben am Strom- und Gasmarkt völlig den Überblick verloren: die Preise am Großhandelsmarkt sinken derzeit zwar wieder, naturgemäß kommen diese Preisrückgänge aber erst mit Verzögerung bei den EndkundInnen an. Die Frage ist, mit wie viel Verzögerung im Vergleich zu den vorhergehenden Steigerungen. Gleichzeitig werden aber Teilbetragsvorschreibungen zum Teil massiv erhöht, obwohl die Stromkostenbremse hier unbedingt mit einbezogen werden sollte. Nötig ist Transparenz, welche Preise wann weitergegeben werden, um das Vertrauen in den Markt wiederherzustellen. Wir haben uns deshalb gemeinsam mit der Bundeswettbewerbsbehörde dazu entschlossen, eine Taskforce ins Leben zu rufen, die die augenblickliche Situation auf den Energiemärkten untersucht und sich die Verhaltensweisen der Energieunternehmen genau anschaut. Ein engmaschiges Monitoring soll zu mehr Transparenz führen.“, erklärte der Vorstand der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch.

APA

Ähnliche Artikel weiterlesen

E-Control: Energielieferanten sollen Kunden besser schützen

3. Feber 2023, Wien
E-Control-Vorstand: Viele der aktuellen Probleme sind "hausgemacht"
 - Bad Oeynhausen, APA/dpa

Preis für russisches Öl sank im Jänner unter 50 US-Dollar

1. Feber 2023, Moskau

Deutschen Unternehmen drohen erneut höhere Energiepreise

30. Jänner 2023, Düsseldorf

ÖGPI im Vormonats-Vergleich um 20 % gesunken

27. Jänner 2023, Wien