Berlin verlängert Finanzierungshilfe für den Energiehandel

25. Jänner 2023, Berlin/Wien

Die deutsche Regierung hat zur Absicherung der Energieversorgung eine wichtige Finanzierungshilfe für Energiehändler verlängert. Die Firmen kommen kurzfristig Kredite der deutschen Förderbank Kfw und dadurch an genug Liquidität, die sie für den Handel mit Gas, Strom und Emissionszertifikaten an Terminbörsen hinterlegen müssen. Ähnliche Stützen gibt es in mehreren EU-Ländern, in Österreich nicht. Das war ein Mitgrund für das vorübergehende Milliardenloch bei der Wien Energie.

Die deutsche Absicherung über das sogenannte Margining-Instrument laufe nun bis Ende 2023, teilten die Bundesministerien für Finanzen und für Wirtschaft am Mittwoch in Berlin mit. Die Kredite können nun bis maximal Ende April 2024 laufen – also bis zum Ende des nächsten Winters.

Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges waren die Anforderungen an die Sicherheitsleistungen (Margins) verschärft worden, weil die Preise stark schwankten. Die Unternehmen müssen seither also viel mehr Sicherheiten hinterlegen als vor dem Krieg. Haben sie nicht ausreichend Liquidität, können sie auch nicht handeln.

Das wiederum könnte negative Folgen für Deutschlands Energieversorgung insgesamt haben. Mit dem Hilfsinstrument wird den Firmen gewissermaßen eine Tür aufgemacht, damit sie an zusätzliche Liquidität kommen können. Billig ist das nicht: Der Zinssatz bemisst sich an beihilferechtlichen Vorgaben und an der Bonität der Firmen.

„Die hohen und schwankenden Energiepreise sind für unsere Betriebe weiterhin eine Belastung“, sagte der Staatssekretär im Finanzministerium, Florian Toncar (FDP). „Mit der Verlängerung des Margining-Finanzierungsinstruments schaffen wir auch Klarheit in der Unterstützung derjenigen, die ohne eigenes Verschulden aufgrund von Besicherungsvorgaben in vorübergehende Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind.“

APA/dpa

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