Kelag erhöht Preise für Teil der Kunden

25. Jänner 2023

Stromabnehmer außerhalb Kärntens zahlen 27 Cent/kWh. Vorerst keine Tariferhöhung für Kelag-Kunden in Kärnten. Tarif für Neukunden wird jetzt auf 35 Cent/kWh gesenkt.

Der steirische Kunde war einigermaßen überrascht, als ihm die Kärntner Kelag den Stromliefer-Vertrag kurzerhand per E-Mail aufkündigte. „Die Energiekrise wirkt auch auf die Kelag, sodass wir nun eine Neugestaltung der Mehrheit unserer Tarife vornehmen müssen“, heißt es in dem Schreiben. „Davon ist auch Ihr Tarif betroffen, der mit 31. März 2023 eingestellt wird.“ Etwas mehr als 10 Cent netto zahlt der Kunde bisher, der mit seiner Wärmepumpe mehr als 10.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr verbraucht. Die Kelag macht ihm „ein neues, attraktives Angebot“ – 27 Cent pro kWh, also beinahe eine Verdreifachung des Energiepreises. „Deutlich günstiger als Preise für Neukunden und eine Preisgarantie bis 31. Dezember 2023“, versucht die Kelag ihre gekündigten Kunden zu umgarnen. „Wir heben die Preise laufend und kontinuierlich auf ein marktkonformes Niveau an“, erklärt dazu Alexander Jordan, der Vertrieb und Marketing bei der Kelag leitet. Allerdings vorerst nur für Kunden außerhalb Kärntens. „Wir hatten historisch sehr günstige Tarife mit einer sehr heterogenen Tarifstruktur. Das wird nun auf den aktuellen Stand gebracht.“ Eine „hohe zweistellige Zahl“ an Tarifen werde daher auf einen einzigen Tarif umgestellt, der neue einheitliche Bestandskundentarif für Strom-Abnehmer außerhalb Kärntens liege bei erwähnten 27 Cent.

Mehr als neun von zehn Kunden würden durchschnittlich den höheren Tarifen zustimmen – mangels Alternativen ist auch der eingangs erwähnte steirische Stromkunde dazu bereit. Denn wer nicht zustimmt, muss sich einen neuen Lieferanten suchen. Sonst kommt es zu einer Abschaltung durch den Netzbetreiber ab 1. April, warnt die Kelag. Den höheren Preis – die Ausgangstarife seien je nach Vertrag unterschiedlich – argumentiert die Kelag mit den deutlich gestiegenen Energiekosten. „Die Kelag hat die Tarife für Bestandskunden so lange wie möglich auf einem niedrigen Niveau gehalten, um Sie als treuen Kunden vor der Energiekrise zu schützen.“

Wie andere Stromversorger – etwa zuletzt der Verbund – verweist auch die Kelag im Zuge der Preiserhöhung auf die Stromkostenbremse, die Haushalte bis zu einem Verbrauch von 2900 kWh automatisch entlastet. Der Verbrauch über dieser Marke wird zum dann gültigen Strompreis abgerechnet, darunter fallen seit 1. Dezember 2022 im Normalfall 10 Cent pro kWh an Stromkosten an.

Ob – oder besser gesagt, wann – auch Kärntner Kunden (dazu zählen Kelag-Kunden im Netz der Kärnten Netz GmbH und der Stadtwerke Klagenfurt) höhere Strompreise zahlen müssen, bleibt vorerst völlig im Dunkeln. „Aktuell ist nichts geplant“, sagt Jordan, „die Preisanpassungen hängen von der weiteren Entwicklung am Markt ab.“ Der Kelag-Bestandskundentarif in Kärnten beträgt derzeit eher niedrige 10,87 Cent netto. Wärmepumpen-Kunden, die diesen Tarif nicht haben, zahlen 24,8 Cent, dazu kommt noch der flexible Floater-Tarif.

Eine Erhöhung des Bestandskundentarifs wäre mit 1. April möglich. Nicht ausgeschlossen, dass die Kelag die Preiserhöhung – vielleicht auch auf 27 Cent wie für Bestandskunden außerhalb Kärntens – wegen der Landtagswahl am 5. März erst danach kommuniziert und diese dann erst mit Juli wirksam wird. Die Kelag selbst macht dazu keinerlei Angaben. Neukunden der Kelag mussten seit November 2022 40 Cent (netto) je kWh zahlen, diesen Tarif senkt der Kärntner Energieversorger innerhalb der nächsten Tage auf 35 Cent ab, so Jordan.

Kleine Zeitung

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