E-Auto-Besitzer fahren laut ÖAMTC-Befragung sparsamer

26. Jänner 2023, Wien
E-Autofahrer achten mehr auf die Kosten - Hannover, APA/dpa

220 Elektrofahrzeugbesitzerinnen und -besitzer hat der ÖAMTC nach ihren Motiven, Langzeiterfahrungen und Gewohnheiten befragt. Rund zwei Drittel haben sich demnach der Umwelt zuliebe zum Kauf entschieden, die Reichweite des neuen Mobils war dabei wichtigstes Kaufkriterium. „Hauptverkehrsmittel der Befragten ist das Elektroauto, allerdings besitzen auch mehr als die Hälfte einen Verbrenner als Zweitauto“, erläuterte Verkehrspsychologin Marion Seidenberger eines der Ergebnisse.

Bei der Wahl des E-Autos war bei 57 Prozent die Reichweite am wichtigsten, 53 Prozent der Befragten nannten eine Schnelllademöglichkeit des Fahrzeugs als Kriterium für ihren Kauf. Faktoren wie eine hohe Motorleistung gaben hingegen nur knapp ein Fünftel der Befragten als wichtig an. „Mittlerweile gibt es auch Fahrzeuge aus der Mittelklasse, die Reichweiten von 400 Kilometer und mehr bieten“, sagte Markus Kaiser, der Experte für E-Mobilität beim ÖAMTC, zum aktuellen Leistungsvermögen.

Die Befragung ergab zudem auch Veränderungen im Fahrverhalten, wenn der Antrieb ohne fossile Energien erfolgt, denn 64 Prozent gaben an, anders zu fahren als mit einem Verbrennerauto. „E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrer sind laut eigenen Angaben nun vorausschauender, sparsamer und gelassener in ihrer Fahrweise und kümmern sich im Voraus besser um die Routenplanung. Die Pausenplanung rückt vermehrt in den Vordergrund, da man – vielleicht auch nur sicherheitshalber – mehr ‚Ladestopps‘ durchführt“, nannte Seidenberger die dahinterstehenden Motive.

Knapp 15 Prozent achten während der Fahrt sehr auf Zusatzverbraucher wie etwa Klimaanlage im Sommer, Heizung im Winter oder etwaige Infotainmentsysteme und Soundanlagen. „Technisch gesehen hat vor allem die Klimatisierung – Heizung und Kühlung – der Fahrgastzelle einen nachteiligen Effekt auf den Verbrauch“, sagte Kaiser. Jedoch wies er darauf hin, dass sich die angenehme Raumtemperatur auf Fahrsicherheit und Stressminderung auswirke.

80 Prozent der Befragten besitzen zu Hause einen privaten Stromzugang, „knapp 65 Prozent können am oder sehr nahe ihrem Wohnort das Auto jederzeit nach Wunsch an eine Ladestelle anstecken“, so Seidenberger, denn mehr als die Hälfte der Befragten waren gänzlich oder nahezu im ländlichen Umfeld in Nähe der Stadt wohnhaft. Was die Abrechnungsart an öffentlichen Ladestationen betrifft, so bevorzugen neun von zehn Befragten jene nach der Energiemenge, also nach kWh, die Minderheit von sechs Prozent will nach Zeit abgerechnet werden, nur drei Prozent gaben an, auf Pauschaltarife und eine Abrechnung anhand eines monatlichen Stromkontingents zurückzugreifen. „Da in Österreich überwiegend nach in Anspruch genommener Ladezeit abgerechnet wird, zeigt das Ergebnis der Befragung eindeutig, dass sich E-Autofahrerinnen und -fahrer eine Änderung in den aktuellen Abrechnungsmodalitäten wünschen“, so der E-Mobilitätsexperte Kaiser.

Service: Weitere Details unter www.oeamtc.at/elektromobilitaet

APA

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