Die Versorgungssicherheit erhöhen

30. Jänner 2023

H2-Importe. Aus diesen Regionen könnte Österreich ab 2030 Wasserstoff beziehen

Mit den Projekten „H2 Backbone WAG + Penta-West“ und „H2 Backbone Murfeld“ hat Gas Connect Austria (GCA) konkrete Pläne für die Umwidmung bzw. die Neuerrichtung jeweils eines Parallelstranges der West-Aus-tria-Gasleitung (WAG) und der Penta-West bis 2030, sowie der Süd-Ost-Leitung (SOL) bis 2035 vorgelegt. Beide Projekte wurden bei der EU Kommission als PCI eingereicht. Ziel ist es, vielversprechende Regionen mit großem Potenzial zur Wasserstoffproduktion mit Regionen hoher Nachfrage zu verbinden. Industriecluster in Österreich und Bayern können über die geplanten Korridore mit Wasserstoff aus potenziellen Quellen, wie z. B. Nordafrika, Ukraine, Rumänien und Kroatien versorgt werden.

Österreichs Industrie braucht Wasserstoff

Laut einer von Austrian Gas Grid Management (AGGM) im Frühjahr durchgeführten Umfrage bei österreichischen Großabnehmern schätzen die heimischen Verbraucher ihren Bedarf bis 2030 auf 12 Terawattstunden (TWh), und bis 2040 auf 47 TWh Wasserstoff. Das trifft nicht nur auf österreichische Industriegebiete wie Linz und Schwechat zu, auch benachbarte Regionen wie das bayerische Chemiedreieck und der Industriecluster Ingolstadt in Deutschland haben enormen Bedarf und können zukünftig auch über Österreich mit klimaneutralem Wasserstoff versorgt werden. Daraus ergibt sich großes Potenzial für die Dekarbonisierung der Industrie und zur Einsparung von CO₂. Gemeinsam mit anderen europäischen Organisationen hat der Verband europäischer Gas Fernleitungsnetzbetreiber ENTSOG aktuell eine interaktive Karte Infra-structure Map Europe mit allen Wasserstoff Infrastrukturprojekten in Europa veröffentlicht. Die bedeutende Rolle Österreichs für den Aufbau eines europäischen Wasserstoff Backbones kommt dabei deutlich zum Ausdruck.

Viele Quellen sollen Versorgung gewährleisten

Die genannten Projekte schaffen grenzüberschreitende Transportkapazität für Wasserstoff auf dem europäischen Energiemarkt und damit auch signifikante Wasserstoff-Importmöglichkeiten für Österreich aus unterschiedlichen Quellen. Erhebliche Mengen an Wasserstoff können potenziell aus Nordafrika über Italien und aus der Ukraine über die Slowakei zu den Verbrauchern in Österreich und der umliegenden Region transportiert werden. Nach erfolgtem Umbau des LNG Terminals in Krk, könnte auch aus Kroatien Wasserstoff importiert werden. Dadurch ist von Beginn an eine diversifizierte Wasserstoffversorgung aus mehreren Quellen gewährleistet.

Kurier