Deutlich weniger Anbieterwechsel bei Strom und Gas

14. Feber 2023, Wien
Wechselraten bei Strom und Gas gesunken - Dortmund, APA/AFP

In Österreich haben sich im Vorjahr weniger Kundinnen und Kunden einen neuen Strom- und Gaslieferanten gesucht. Insgesamt 218.707 Haushalte und Unternehmen haben ihren Energielieferanten gewechselt. „Das sind deutlich weniger als im Jahr davor, als sich 331.284 Kund:innen einen neuen Lieferanten gesucht hatten“, so E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Am häufigsten gewechselt wurde in Oberösterreich und in Niederösterreich.

Insgesamt betrugen im Vorjahr die Wechselraten bei Strom 2,7 Prozent, nach 4,1 Prozent im Jahr 2021. Bei Gas gab es einen Rückgang auf 3,9 Prozent, nach 5,7 Prozent. Einen neuen Stromlieferanten suchten sich 167.735 Kundinnen und Kunden, darunter 123.184 Haushalte. Den Gasanbieter wechselten 50.972 Kundinnen und Kunden, davon 46.746 Haushalte, wie die E-Control am Dienstag zur aktuell veröffentlichten Marktstatistik mitteilte.

Den Stromlieferanten am häufigsten wechselten im vergangenen Jahr – im Verhältnis zur Kundenzahl – die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sowie die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher mit je 3,6 Prozent. Schlusslicht war Salzburg mit einer Wechselrate von 1,1 Prozent. Bei Gas gab es die höchsten Wechselraten in Niederösterreich (6,3 Prozent) und Oberösterreich (4,7 Prozent), die niedrigsten in Salzburg, Vorarlberg und Wien (je 2,8 Prozent).

Die Strom- und Gasrechnung besteht aus drei Komponenten: Dem reinen Energiepreis – nur hier ist ein Anbieterwechsel möglich -, den standortgebundenen Netztarifen sowie Steuern und Abgaben.

Im Jahr 2022 habe es deutlich weniger Angebote für Konsumentinnen und Konsumenten gegeben, viele Lieferanten hätten sich auf ihr angestammtes Versorgungsgebiet zurückgezogen, heißt es aus der E-Control zur APA. Es habe Marktaustritte von sechs Stromlieferanten und fünf Gasversorgern gegeben. Zusätzlich belieferten manche Unternehmen ihre Bestandskunden zwar weiterhin, stellen jedoch keine Angebote für Neukunden mehr. Das Wechseln habe sich für weniger Kundinnen und Kunden ausgezahlt, weil es kaum interessante Angebote für Neukunden gegeben hat. Im Zuge der seit einiger Zeit sinkenden Großhandelspreise für Strom und Gas sehe man nun, dass es im Tarifkalkulator auch wieder günstigere Produkte für Neukunden gibt. Ein Vergleich lohne sich also durchaus wieder, so die E-Control.

E-Control-Vorstand Alfons Haber betont die Wichtigkeit der effizienten Energienutzung. Die hohen Energiepreise hätten ein Umdenken und eine Verhaltensänderung erzwungen – „niedrigere Preise und kostendämpfende Maßnahmen der Regierung dürfen diesen Effekt aber nicht aufheben“, so Haber laut Pressemitteilung. Die Förderung und die Unterstützung von Energiesparmaßnahmen müsse gerade jetzt weitergeführt werden, damit die heimische Energieversorgung gesichert sei und die Energiekosten in einem erträglichen Rahmen blieben.

APA

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