CO2-Handelspreis in EU erstmals über 100 Euro

21. Feber 2023, Brüssel

In der EU ist der Preis für eine Tonne Kohlendioxid-Ausstoß im Emissionshandel erstmals über 100 Euro gestiegen. So wurden Dienstagmittag die Rechte für den Ausstoß des Treibhaus-Gases mit 100,21 Euro pro Tonne gehandelt. Händler führten die gestiegenen Kosten auf das erwartete kühlere Wetter und abnehmenden Wind in den kommenden Tagen zurück.

Da damit die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien abnimmt, gleichzeitig aber der Energiebedarf steigt, werde auf eine anziehende Nachfrage nach fossilen Brennstoffen spekuliert. Die Entwicklung könnte den Streit in der EU über den Handel mit Zertifikaten neu anfachen.

Polen, das einen großen Anteil seines Stroms aus Kohle erzeugt, hat bereits von der EU gefordert, Preisspitzen zu kappen. Auch Spanien hatte eine Preis-Obergrenze für CO2-Emissionen verlangt, um damit die Inflation zu bekämpfen.

Unabhängig von dieser Entwicklung einigte sich die EU-Mitgliedsstaaten am Dienstag darauf, Pläne zur Versteigerung von Emissionsrechten vorzuziehen. Damit sollen 20 Mrd. Euro zur Bekämpfung der Folgen des Verzichts auf Gas aus Russland eingenommen werden. Geplant sind Zuschüsse für den Ausbau erneuerbarer Energien und zu energiesparende Renovierungen.

Im Dezember hatten sich die EU-Institutionen auf eine Verschärfung der Regeln für den Emissionshandel zur Bekämpfung der Erderwärmung verständigt. Danach soll der Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 62 Prozent gemessen am Stand des Jahres 2005 reduziert werden.

APA/ag

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